Schnelllebig ist die Welt geworden, alles muss ratzfatz gehen. Das schlägt sich auch in unserer Sprache nieder: Abkürzungen schleichen sich immer mehr in den Sprachgebrauch ein. Bereits in den 90ern haben die Fantastischen Vier mit „MFG“ Abkürzungen in der deutschen Sprache ein ganzes Lied gewidmet.

Chat-Abkürzungen wie „LOL“ gab es damals noch gar nicht. Ich muss gestehen, dass ich am inflationären Gebrauch von Abkürzungen nicht ganz unschuldig bin – wäre dies ein Chat, würde ich den ersten Satzteil sodann als „tbh“ abkürzen – „to be honest“, also „ehrlich gesagt“.

Wenn ich mich mit Freunden treffen will, verabrede ich mich in „WT“. Ob mit der Abkürzung jedoch „Waldshut-Tiengen“ oder „Waldshut“ gemeint ist, kann eine Auslegungsfrage sein. Schließlich steht auch auf Autokennzeichen „WT“ – womit dann der Landkreis Waldshut gemeint ist.

Das hintere „T“ bedeutet in dieser Auslegungsvariante nicht „Tiengen“. In meinem Freundeskreis ist zwar klar, dass ich mit „WT“ explizit die Waldshuter Innenstadt meine. Aber ich verstehe, dass die Abkürzung für Verwirrung sorgen kann.

Glücklicherweise begegnete mir neulich auf einer Busfahrt eine andere Abkürzungsmöglichkeit für Waldshut. Auf der Anzeigetafel im Bus werden die Stationen zwischen Altersheim und Liedermatte mit „Wu“ abgekürzt. Ich werde also versuchen, Waldshut in Chats künftig als „Wu“ abzukürzen – vermutlich auf die Gefahr hin, dass meine Freunde dann in Wutöschingen auf mich warten.

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