Der Klimawandel ist längst im Schwarzwald angekommen. Wenn auch noch nicht in Form von großen Flächenbränden, setzen Dürresommer und Borkenkäfer dem heimischen Wald doch merklich zu. Seit 2018 sind allein in den Wäldern im Landkreis Waldshut etwa 5000 Hektar Schadflächen entstanden.

Die Waldschäden werden derzeit im Rahmen eines Modellprojekts im Südschwarzwald erfasst. Das Ziel des Projekts ist allerdings nicht nur, die Wiederbewaldung voran zu treiben – ein integraler Bestandteil ist auch die öffentliche Kommunikation, das Sichtbarmachen des menschengemachten Klimawandels in den heimischen Wäldern.

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Zu diesem Zweck entsteht noch in diesem Jahr ein „Klimawandel-Waldlehrpfad“ im Waldshut-Tiengener Stadtwald. Nahe dem Waldshuter Wildgehege soll ein bestehender Lehmbodenweg also zu einem Rundweg umgenutzt werden.

„Dort hat es großflächig abgestorbene Fichtenbestände, aber auch alte Bäume und junge Pflanzungen – genau die richtige Vielfalt für einen Lehrpfad. Zudem besteht eine gute Anbindung an das Verkehrsnetz und es gibt einen nahen Parkplatz“, sagt Stadtförsterin Carmen Kellermann.

Interaktive Elemente und App

Der Lehrpfad solle grundsätzlich über die Veränderungen im heimischen Wald informieren, den Waldschaden aber auch die Aufforstungen sichtbar machen. Um den Lehrpfad nahbarer für die Hauptzielgruppe zu gestalten, sieht das Projekt eine spielerische, familiengerechte Aufbereitung vor.

Das umfasst einerseits kleine interaktive Elemente wie zum Beispiel eine CO2-Waage – hier dürfen Kinder unterschiedliche CO2-Emissionen mit der gleichen Menge an Bäumen, welche die Luft reinigen, aufwiegen. Andererseits soll eigens für den Klimawandel-Lehrpfad eine App entwickelt werden, die weitere Informationen und Videos erhält.

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Das Land Baden-Württemberg finanziert die Einrichtung des Klimawandelpfads im Waldshut-Tiengener Stadtwald mit 100.000 Euro. „Wir müssen den Pfad allerdings noch in diesem Jahr einweihen, da die Gelder nur für 2021 zur Verfügung stehen“, sagt Stadtförsterin Carmen Kellermann.

Deshalb soll schon bald ein Planungsbüro zur Umsetzung des Konzepts gefunden werden, die Schilder an den einzelnen Stationen sollen ab Oktober aufgestellt werden. Dann könnte der Lehrpfad bis Dezember 2021 eingeweiht werden.

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