Der Islam ist für viele von uns ein schwieriges Thema, besonders auch mit Blick auf die Stellung der Frau. Unter dem Motto „Die Frau im Islam“ gab am Montag eine Veranstaltung in der Tiengener Afiyat Moschee der Ahmadiyya Muslim Gemeinde zu diesem Thema Einblicke und Impulse, verbunden mit der Möglichkeit, Fragen zu stellen. Insgesamt war gut ein Dutzend Frauen in der Moschee zusammen gekommen.

Der Rahmen für den interreligiösen Frauentreff in der Moschee war die bundesweite Interkulturelle Woche, die mit verschiedenen Veranstaltungen Menschen unterschiedlicher Nationalität, Kultur und Religion zusammen-bringt. Ziel ist es, das Verständnis füreinander zu wecken und zu vertiefen, Vorurteile abzubauen und das Miteinander zu fördern.

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In der Afiyat Moschee waren es Sadia Umatul und Tahira Umatul von der Frauenorganisation der Moschee, die in einer offenen, persönlichen Atmosphäre Einblicke gewährten: Zum einen in die spezifischen religiösen Überzeugungen der Ahmadiyya Gemeinde, die im Landkreis Waldshut rund 160 Mitglieder hat. Die Frauenorganisation der Gemeinde zählt rund 40 Frauen. „Wir sind eine sehr aktive und offene Frauengruppe, die auch extern, zum Beispiel mit dem Familienzentrum Lauchringen, zusammen arbeitet“, sagte Sadia Umatul. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der ganz persönliche Blick von Sadia Umatul und Tahira Umatul auf ihr religiöses Leben mit und nach dem Koran – ein Leben, in dem sie sich nicht benachteiligt fühlen.

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Sie verwiesen auf und erläuterten Stellen im Koran, die auf die Stellung von Mann und Frau hinweisen und von Gleichberechtigung sprechen würden. „Ich trage ein Kopftuch, lese und bete täglich im Koran, aber sonst lebe ich nicht viel anders als andere Frauen auch“, sagte Sadia Umatul, die als Kauffrau für Büromanagement arbeitet. Gewalt und Religion – egal welche – sind für sie immer falsche Auslegungen des Glaubens. Sie forderte dazu auf, nie alle Gläubigen einer Religion in einen Topf zu werfen, sondern immer den Einzelnen zu sehen.

Menschen aus 140 Nationalitäten

Unter den Besucherinnen war auch Marion Pfeifer vom Diakonischen Werk Hochrhein, das zusammen mit dem Caritasverband Hochrhein im Kreis Waldshut die Interkulturelle Woche organisiert. Dies bereits zum vierten Mal. Marion Pfeiffer hob in ihrer kurzen Rede hervor, dass im Landkreis Waldshut rund 140 Nationalitäten zusammen leben würden. „Vielfalt ist bereichernd, sie kann neue Perspektiven aufzeigen, aber auch Schwierigkeiten bringen, jeder ist verantwortlich für ein gutes Miteinander“, sagte sie.

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