Ein Ausflug nach Entenhausen, zu Donald und Daisy Duck und ihren berühmten Schwestern, Onkeln und Tanten – das ist aktuell bei einer Kunstausstellung der besonderen Art möglich. Mehr als zwei Millionen Besucher in mehr als 60 Museen in ganz Europa haben die Werke bereits gesehen. Jetzt gastiert die Duckomenta unter dem Motto „MomENTE der Kunstgeschichte“ in der Stoll-Vita-Stiftung in Waldshut.

Die Ausstellung

Die Werke

Edvard Munchs „Der Schrei“ wirkt auch mit Schnabel finster.
Edvard Munchs „Der Schrei“ wirkt auch mit Schnabel finster. | Bild: Sira Huwiler-Flamm

„Bereits im Herbst rollten zwei voll beladene LKW mit rund 145 Bildern und Skulpturen an“, erinnert sich Adelheid Kummle, Leiterin der Stiftung. Die gefiederten Varianten von weltbekannten Kunstwerken wie Leonardo da Vincis „Mona Lisa“, Edvard Munchs „Der Schrei“ oder Salvador Dalís „Zerrinnende Zeit/Beständigkeit der Erinnerung“ sowie Skulpturen von der bunten „Nana“ von Niki de Saint Phalle über die beschnabelte Nofretete bis hin zu einer in Christos Stil verpackten Micki Maus wurden eine Woche lang arrangiert, die Eröffnungsfeier detailliert geplant.

Eine Nana mit Micky-Maus-Kopf: Was die französische Künstlerin und Erfinderin der sinnlichen Plastiken, Niki de Saint Phalle, wohl dazu gesagt hätte?
Eine Nana mit Micky-Maus-Kopf: Was die französische Künstlerin und Erfinderin der sinnlichen Plastiken, Niki de Saint Phalle, wohl dazu gesagt hätte? | Bild: Sira Huwiler-Flamm

Doch dann kam der zweite Lockdown. „Monatelang wartete diese bunte Ausstellung auf Besucher, jetzt durften wir ENTlich eröffnen“, freut sich Kummle und lacht.

„Die Engel der Sixtina“ von Raffael sind wohl die berühmtesten Engel der Welt – hier erinnern sie an Donald Ducks Neffen Tick, Trick und Track.
„Die Engel der Sixtina“ von Raffael sind wohl die berühmtesten Engel der Welt – hier erinnern sie an Donald Ducks Neffen Tick, Trick und Track. | Bild: Sira Huwiler-Flamm

„Diese Ausstellung ist anders als andere – weniger ernst, weniger still und steif – lachen ist erlaubt“, sagt Adelheid Kummle, „und genau das macht sie so besonders: Nicht nur Kinder und Kunstlaien bekommen hier einen spielerisch-leichten und humorvollen Zugang zur Kunst geboten.“

Adelheid Kummle, Leiterin der Stoll-Vita-Stiftung, vor einer Entendame mit Bollenhut.
Adelheid Kummle, Leiterin der Stoll-Vita-Stiftung, vor einer Entendame mit Bollenhut. | Bild: Sira Huwiler-Flamm

Schreitet man durch die Galerie, begegnet man Porträts von Berühmtheiten wie Albert Einstein, Angela Merkel oder Franz Xaver Winterhalters berühmtem Bild von Kaiserin Sisi – natürlich stets mit Schnabel und Federkleid.

„Goethe in der Campagna“ heißt das Original. Hier wird der große Dichter von einem stolzen Erpel ersetzt.
„Goethe in der Campagna“ heißt das Original. Hier wird der große Dichter von einem stolzen Erpel ersetzt. | Bild: Sira Huwiler-Flamm

Aber auch in modernen Bildern wie Claude Monets (hier Monentes genannt) „Seerosen“, kubistischen Verzerrungen Pablo Picassos oder knalligen Popart-Werken à la Andy Warhol entdeckt man überall Enten.

Modeschöpfer Karl Lagerfeld gibt es auf der Duckomente gleich zwei mal im Federgewand zu betaunen.
Modeschöpfer Karl Lagerfeld gibt es auf der Duckomente gleich zwei mal im Federgewand zu betaunen. | Bild: Sira Huwiler-Flamm

In dem ein oder anderen Werk verstecken sich daneben auch andere Disney-Charaktere, wie etwa Micky Maus oder Goofy. Aber auch Exponate aus der „frühesten Kulturgeschichte“, wie Höhlenmalereien, ein Entenmenschen-Schädel und ein „Dötzi“, quasi die Enten-Variante des Urzeitmenschen Ötzi, gibt es hier zu bestaunen.

„Dötzi“ der Enten-Urzeitmensch ist in einer Vitrine in der Ausstellung zu sehen.
„Dötzi“ der Enten-Urzeitmensch ist in einer Vitrine in der Ausstellung zu sehen. | Bild: Sira Huwiler-Flamm

Mal lustig, mal anmutig, mal sinnlich – und sogar erotisch – ist es der Berliner Künstlergruppe „InterDuck“, die hinter diesen Werken steckt, gelungen, trotz Verfremdung die Wirkung der jeweiligen Original-Kunstwerke aufrecht zu erhalten. „Einige wenige Bilder sind Nachdrucke – doch der Großteil wurde mit Pinselstrichen, Öl- oder Acrylfarbe und verschiedenen Techniken in Handarbeit gemalt“, sagt Kummle.

Zwölf Bilder erstmals zu sehen

Und zwölf der Bilder feiern in Waldshut sogar Weltpremiere – darunter Porträts von Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg und Modeschöpfer Karl Lagerfeld sowie vier an Picasso angelehnte Werke.

Adelheid Kummle, Leiterin der Stoll-Vita-Stiftung, vor Franz Xaver Winterhalters Enten-Porträt von Kaiserin Elisabeth von Österreich, kurz: Sisi.
Adelheid Kummle, Leiterin der Stoll-Vita-Stiftung, vor Franz Xaver Winterhalters Enten-Porträt von Kaiserin Elisabeth von Österreich, kurz: Sisi. | Bild: Sira Huwiler-Flamm

In der Ausstellung steht ein Computer bereit, um die Entenbilder mit den ursprünglichen Originalen abzugleichen. Bei Führungen erzählt Adelheid Kummle zudem jede Menge Wissenswertes über die Originalkünstler – und verweist auf die ein oder andere versteckte Ente, die nicht jeder Betrachter sofort entdeckt hätte.