Stimmen oder Laute der Tiere nachzuahmen, dafür sind die menschlichen Sprachwerkzeuge nicht unbedingt geeignet. Und trotzdem machen sich einige Zeitgenossen den Spaß, wie eine Amsel zu trällern, wie ein Wildschwein zu grunzen oder wie ein Hirsch zu röhren. Mit mehr oder weniger Erfolg. Denen es gut gelingt, die können damit sogar Geld verdienen mit Auftritten im Varieté oder in einer der unzähligen TV-Shows. Wobei es einzig und allein um den Effekt geht, den Zuschauer zu erheitern, ihn vielleicht sogar staunen zu lassen.

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Wie aber steht es um die ernsthaften Gründe, sich einer Tierstimme zu bedienen? Karl-May-Leser kennen die Szene, wenn der das feindliche Indianerlager anschleichende Old Shatterhand seinen auf der anderen Seite kriechenden Blutsbruder Winnetou mit dem Schrei einer Eule warnt. Den gibt‘s auch als Klingelton fürs Handy.

Am leichtesten zu imitieren ist wohl Hundegebell. Das kam einer Polizeistreife in den Sinn, die Anfang Dezember vor 30 Jahren nachts um halb zwölf laut zu bellen anfing. Rein aus dienstlichen Gründen. Es geschah in Albbruck-Unteralpfen. Dort konnte ein spätheimkehrender Einwohner nicht in sein Haus gelangen, weil davor ein drohend knurrender Schäferhund saß. Das Tier hatte sich offenbar in der Tür geirrt und bewachte nun statt dem Haus seines Herrchens fremdes Eigentum. Der ausgesperrte Wohnungsbesitzer wollte sich mit dem Vierbeiner nicht anlegen und rief die Polizei um Hilfe. Die Streife beschloss, den Hund mit seinen eigenen Mitteln zu schlagen. Mit kräftigem Wau-Wau machte sie dem Tier Eindruck – der Schäferhund zog mit eingeklemmtem Schwanz davon. Der Wohnungsinhaber konnte sich endlich zur Ruhe begeben.

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Dazu passt die Story vom Tierstimmenimitator, der zum Schluss seiner Darbietungen im Varieté sagt: „Damen und Herren – und nun der Höhepunkt meiner Kunst: Ich zahle demjenigen 500 Euro, der mir ein Tier nennt, dessen Stimme ich nicht nachzuahmen verstehe.“ Lang Totenstille. Dann eine Stimme aus dem Publikum: „Mach mal ne Ölsardine!“