Wie erreicht Lokalpolitik die jüngste Generation? Vielleicht mit Eiscreme? Das zumindest ist die Idee der Veranstaltung „OB und Eiscreme“, die den Waldshut-Tiengener Oberbürgermeister Philipp Frank mit Jugendlichen aus der Stadt ins Gespräch bringen soll. Initiiert vom Kinder- und Jugendreferat, musste die Auftaktveranstaltung pandemiebedingt noch als Zoom-Konferenz vor den PC-Bildschirmen stattfinden. Um dem Titel der Veranstaltung treu zu bleiben, wurden den teilnehmenden Jugendlichen Eis-Gutscheine in Aussicht gestellt. Vier Jugendliche ließen sich dieses Angebot nicht entgehen.

OB erzählt aus seiner Kindheit

Zum Auftakt erzählte Philipp Frank von seiner eigenen Kindheit und Jugend: Naturnah in einer Kleinstadt nahe Freiburg aufgewachsen, waren seine jüngsten Jahre von „Faulheit und wenig schulischem Erfolg“ geprägt. Abgesehen von Mobbern im Radsportverein sei die Jugend harmlos verlaufen. Und auch das politische Interesse hielt sich beim jungen Frank noch in Grenzen: Er erinnert sich jedoch an den RAF-Terrorismus und die Wahl Helmut Kohls zum Bundeskanzler.

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Dann durften die Jugendlichen ihre Fragen stellen. „Ich kann leider die Kamera nicht anmachen, weil dann kackt mein WLAN immer ab“, sagte Leon und war damit direkt schon bei seinem Anliegen: Bessere und reichweitenstärkere WLAN-Abdeckung in Tiengen. Frank gab zurück, er schaue, was sich machen lässt. Auf Leons Frage, welche Noten man als Bürgermeister bräuchte, antwortete er zunächst: „Man braucht nicht mal einen Schulabschluss, man muss aber mindestens 25 Jahre alt sein.“ Er führte aus, dass die Anforderungen an Bürgermeister dennoch hoch seien.

Was macht der OB gegen die Klimakrise?

Bei Teresa Günther und Lena Volkmer funktionierte die Kamera, sie zeigte im Hintergrund eine Tafel mit einem aufgemalten Eis und den Buchstaben „OB“. Mit einer Mail hatten die beiden im vergangenen Jahr den Neubau der Schlüchtbrücke in Gurtweil erwirkt, nun wollten sie sich über den Sachstand informieren (Frank: „Wir sind mit der Planung beschäftigt. Nächstes Jahr wird gebaut.“). Zudem ärgerten sie sich über den hohen Plastikverbrauch bei den Schnelltests und wollten von Frank wissen, was er persönlich gegen die Klimakrise unternehme.

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Frank verwies auf seine Teilnahme beim Stadtradeln, musste aber dann auch ergänzen, dass der Verzicht auf das Auto als Erwachsener oft schwierig sei. Dass er so viele Plastikverpackungen sehe, wenn er den Kühlschrank öffne, ärgere ihn dann aber auch. Volkmer und Günther wollten dann noch von ihm wissen, warum er Parteimitglied der CDU sei. „Das frage ich mich selbst manchmal“, sagte Frank scherzhaft. Er habe sich die Parteienlandschaft lange angesehen und zwischen einer Mitgliedschaft bei der CDU und den Grünen abgewägt. Die Entscheidung sei schließlich auf die CDU gefallen.