Über den Ausgang der Präsidentschaftswahlen in den USA im kommenden Monat lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer eine Prognose abgeben. Eine Niederlage musste der Herausforderer Donald Trump jedoch bereits einstecken: Bei der Verleihung des Friedensnobelpreises unterlag der 74-Jährige dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen. Der US-Präsident war für seine Bemühungen bei der Vermittlung zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Bahrain auf Vorschlag eines norwegischen Abgeordneten nominiert worden.

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Denn Mitte September, und damit noch vor seiner Ansteckung mit dem Corona-Virus, hatte der selbsternannte Friedensstifter vor dem Weißen Haus mit den Außenministern von Bahrain und der Vereinigten Arabischen Emiraten sowie dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu für die Fotografen posiert.

Weniger die vier Männer, vielmehr die vier Flaggen im Hintergrund sind einen zweiten Blick wert. Auf den Fotos, die um die Welt gingen, prangt zwischen den US-amerikanischen „Stars and Stripes“ und dem blauen David-Stern aus Israel eine weiß-rot-gezackte Fahne, die Besucher des Tiengener Schwyzertags normalerweise beim großen Festumzug von den Fahnenschwingerinnen durch die Luft wirbeln sehen.

Die Fahnenschwingerinnen der Bürgerzunft Tiengen 1503 bei einem Festumzug anlässlich des Schwyzertags. Die jungen Frauen wirbeln auf dem Archivfoto die weiß-rot-gezackte Tiengener Fahne durch die Luft.
Die Fahnenschwingerinnen der Bürgerzunft Tiengen 1503 bei einem Festumzug anlässlich des Schwyzertags. Die jungen Frauen wirbeln auf dem Archivfoto die weiß-rot-gezackte Tiengener Fahne durch die Luft. | Bild: Ursula Freudig

Was macht die Tiengener Flagge in Washington? Sind die Gräben zwischen Waldshut und Tiengen so tief, dass Donald Trump als Vermittler eingreifen muss?

Die Frage lässt sich zum Glück vehement verneinen. Zwar gibt es hauptsächlich an Fasnacht ein paar spitze Pfeile, die zwischen den ehemals eigenständigen Städten hin und her geschossen werden. Doch haben sich die bei der Gemeindereform 1975 Zwangsverheirateten zu einer im Großen und Ganzen harmonischen Ehe zusammengerauft.

Bei der Doppelgänger-Fahne handelt es sich übrigens um die Flagge des Königreichs Bahrain, das ansonsten mit Tiengen wenig gemein hat. Bislang zumindest. Denn sollte sich das am Sulzerring geplante Geschäftshaus Klettgau-Carree noch weiter verzögern, benötigen Benutzer des Schotterplatzes zum Parken wie im Wüstenstaat bald einen Allradantrieb.

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