Wohin geht‘s diesen Sommer in die Ferien? Mallorca, Ostsee, Gran Canaria? Vielleicht auch mal wieder, trotz Erdogan, nach Antalya? Das sind so ein paar der Destinationen bundesdeutscher Urlaubspläne. Auch wenn gerade alles viel teurer ist als vor Corona. Doch egal – man will ja wieder raus an Sonne und Strand.

Wovon vor 70 Jahren noch nicht mal im Traum die Rede war. Der Krieg lag erst sieben Jahre zurück, nur allmählich dachten die Deutschen wieder an so etwas wie Urlaub. Den sie, wie der Alb-Bote im Juni 1952 berichtete, gern am Hochrhein verbrachten.

Der damalige Waldshuter Verkehrsverein war mit einem in Hannover ansässigen Reisebüro handelseinig geworden, das erstaunlicherweise Urlauber aus seiner Region per Bahn an den Hochrhein schicken wollte. Die ersten 30 Hannoveraner waren Anfang Juni 1952 nach Waldshut gekommen, die nächste Gruppe, bereits 60 Personen stark, erreichte am 23. Juni die Stadt.

Waldshut – hier ein Bild von der Kaiserstraße im März 2022 – war 1952 eine beliebte Urlaubsdestination.
Waldshut – hier ein Bild von der Kaiserstraße im März 2022 – war 1952 eine beliebte Urlaubsdestination. | Bild: Schlichter, Juliane

Doch weil die wenigen Gästebetten in Waldshut damit ausgebucht waren, das Reiseunternehmen von Hannover von Juli bis September sogar bis zu 400 weitere Urlauber schicken wollte, wurden die auf Görwihl, Tiengen, Kadelburg, Rheinheim, Stühlingen, Albbruck-Hohenfels, Gurtweil, Weilheim und Birkendorf als weitere Zielorte verteilt.

„Wie das Reiseunternehmen mitteilte, ist die Nachfrage nach Reisen an den Hochrhein sehr groß“, so der Alb-Bote damals. Geboten wurden den Feriengästen Ausflüge in den Schwarzwald, an den Bodensee und in die Schweiz sowie geführte Wanderungen in ihren jeweiligen Ferienorten. Ihren meist zwölftägigen Urlaub verbrachten die Gäste in Hotels und Gaststätten, überwiegend jedoch in Privatquartieren.

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Wohin aber fuhren die am Urlaubsort der Gäste aus Hannover lebenden Einheimischen in die Ferien? Wenn überhaupt, dann mit der Bahn (dritte Klasse) zum Luftmatratzenquartier bei fernen Verwandten. Oder auch mal kurz mit dem Bus in die Schweiz oder bayerischen Berge. Doch allmählich erschien am Horizont neuer Möglichkeiten das Sehnsuchtsland Italien, das dann mit Rimini bezahlbar wurde.