Endspurt heißt es für die Sanierung des Waldshuter Freibads. Damit kleine und große Badegäste am für Samstag, 28. Mai, geplanten Eröffnungstag schwimmen, planschen und sich sonnen können, geben die Handwerker und Techniker in diesen Tagen noch einmal tüchtig Gas.

„Im Kassengebäude fehlen noch die Verkabelung und die Rechner, im und um das Becken stehen noch Reinigungsarbeiten aus, und im Badkiosk müssen noch die neuen Möbel aufgestellt werden“, zählt Frank Dietrich-Vercrüße, Teamleiter für Bäderbetriebe bei den Stadtwerken Waldshut-Tiengen, einige Arbeiten auf, die vor der Eröffnung in gut einer Woche noch in Angriff genommen werden.

Blick durch eine neu gepflanzte Hecke auf das Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken. An der Wasserfläche von 1200 Quadratmetern hat sich ...
Blick durch eine neu gepflanzte Hecke auf das Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken. An der Wasserfläche von 1200 Quadratmetern hat sich nichts geändert. | Bild: Juliane Schlichter

Wasserspiegel auf gleicher Höhe wie Bodenplatten

Auf die Frage, was die grundlegendste Veränderung im Freibad ist, zeigt Dietrich-Vercrüße auf die Becken und sagt: „Optisch sieht man es schon: Vorher lag der Wasserspiegel tiefer.“ Nach der Sanierung läuft das Wasser über eine Kante in den neuen Überlauf. „Man hat Lust und Laune, hineinzuspringen“, erklärt Pia Sackmann, Bereichsleiterin für Freizeitverkehr bei den Stadtwerken, schmunzelnd beim Pressetermin an einem sommerlich warmen Vormittag.

Das könnte Sie auch interessieren

„Wir haben die Anlage auf den Stand der Technik gebracht“, fasst Verena Busch vom ausführenden Unternehmen Hunziker Betatech aus St. Blasien die Sanierung des knapp 70 Jahre alten Freibads zusammen. „Weil man eine andere Filtertechnik als in Deutschland üblich verwendet hat, konnte die gesamte Wasserfläche erhalten werden“, bemerkt Thomas Scheibel, stellvertretender Vorsitzender von Pro Freibad.

Die Wasserfontänen befinden sich zwischen den Kinderplanschbecken und der Breitwellendusche. Auf dem Foto hat sich im Hintergrund ein ...
Die Wasserfontänen befinden sich zwischen den Kinderplanschbecken und der Breitwellendusche. Auf dem Foto hat sich im Hintergrund ein Regenbogen gebildet. | Bild: Juliane Schlichter

Der Verein erzwang 2018 mit einem Bürgerentscheid den Weiterbetrieb und die Sanierung des maroden Bades, nachdem der Gemeinderat Waldshut-Tiengen sich aus Kostengründen entschieden hatte, nur das Freibad in Tiengen zu sanieren und von den Stadtwerken weiter betreiben zu lassen.

„Ich freue mich wirklich sehr“, sagt Thomas Scheibel über das fast fertige Bad, und auch Pro-Freibad-Vorsitzende Christiane Maier strahlt übers ganze Gesicht, als sie den Blick über die Wasserfläche schweifen lässt. Das blaue Männchen, Markenzeichen der Waldshuter Freizeiteinrichtung, findet sich wieder auf dem neu mit Folie ausgekleideten Beckenboden.

Freuen sich über das sanierte Waldshuter Freibad (von links): Hans-Jörg Meier (Geschäftsführer des Ingenieurbüros Hunziker Betatech), ...
Freuen sich über das sanierte Waldshuter Freibad (von links): Hans-Jörg Meier (Geschäftsführer des Ingenieurbüros Hunziker Betatech), Oberbürgermeister Philipp Frank, Thomas Schilling (Prokurist Stadtwerke Waldshut-Tiengen), Pia Sackmann (Bereichsleiterin für Freizeitverkehr bei den Stadtwerken), Frank Dietrich-Vercrüße (Teamleiter für Bäderbetriebe bei den Stadtwerken) und Thomas Scheibel (stellvertretender Vorsitzender Pro Freibad). | Bild: Juliane Schlichter

Verzögerung hat auch etwas Positives

Wegen Corona und den damit verbundenen unsicheren Auswirkungen auf die Finanzen der Stadtwerke hatte sich der Start der Sanierung um sechs Monate verschoben, wie Prokurist Thomas Schilling erzählt. Doch durch die Verzögerung profitieren die Stadtwerke von einem erst später aufgelegten Förderprogramm in Höhe von 1,8 Millionen Euro. Schilling spricht in diesem Zusammenhang von „einer glücklichen Fügung“. „So hat Corona auch etwas Gutes gehabt“, fügt er hinzu.

Das könnte Sie auch interessieren

Obwohl der Ukraine-Krieg auch für die Sanierung des Freibads eine Materialknappheit mit sich gebracht habe, spricht Thomas Schilling beim Zeitplan von einer „Punktlandung“. Die Kosten hätten sich hingegen auf voraussichtlich rund vier Millionen Euro erhöht. Beim Spatenstich im März 2021 war noch von 3,3 Millionen Euro die Rede gewesen.

Die neuen Kinderplanschbecken sind mit Edelstahl ausgekleidet und befinden sich neu im zum Rheinufer gelegenen Bereich des Freibads.
Die neuen Kinderplanschbecken sind mit Edelstahl ausgekleidet und befinden sich neu im zum Rheinufer gelegenen Bereich des Freibads. | Bild: Juliane Schlichter

Schilling erklärt die Mehrkosten mit Maßnahmen, die in der Anfangsphase des Projekts noch nicht Thema gewesen seien. Als Beispiele nennt er ein neues Dach und ausgetauschte Bodenplatten beim Kioskgebäude, damit diese zum Beckenbereich passen. Außerdem sollen in einem zweiten Bauabschnitt nach Abschluss dieser Saison die Umkleiden und sanitären Anlagen im Eingangsbereich modernisiert werden.

Das könnte Sie auch interessieren

„Ich freue mich wahnsinnig für die Stadt und die Bürger, dass dieses Projekt nun abgeschlossen wird“, erklärt Oberbürgermeister Philipp Frank. Er betont, dass der Gemeinderat im März 2018 die Entscheidung, das Waldshuter Freibad zu schließen, nicht leichtfertig getroffen habe. „Das Entscheidende ist, dass wir den Auftrag der Bürger angenommen haben“, sagt er über den Bürgerentscheid, infolgedessen das Kommunalparlament seinen vorherigen Beschluss revidierte.

Das könnte Sie auch interessieren