Wollte man neben einem modernen Feuerwehrauto dessen mittelalterliches Gegenstück zeigen, dann müsste da als wohl wichtigstes Ausrüstungsstück ein Ledereimer stehen. Denn wenn es damals in der Stadt brannte, mussten die Löschtrupps Ketten bilden, um das Nass von Brunnen oder anderen Wasserquellen zum Brandherd zu befördern.

Zum Glück hat die Technik Fortschritte gemacht. Tanklöschfahrzeuge haben die rettende Flüssigkeit an Bord, und vor allem stehen zum Anzapfen der heute verlegten unterirdischen Leitungen Hydranten bereit. Ein auffälliges Exemplar ist vor einer Parfümerie in der Waldshuter Fußgängerzone zu bestaunen.

Neben dem Eingang steht eine typische Feuerwehr-Armatur, die jedoch nicht in dem üblichen Rot, sondern in knalligem Pink lackiert ist. Die Farbe kommt nicht von ungefähr: Bereits vor Jahren wurde sie, natürlich mit städtischer Genehmigung, dem Firmenlogo angepasst, berichtet Geschäftsführerin Veronika Klös. Sie freut sich über den originellen Anstrich, der regelmäßig erneuert wird: „Es tut dem Auge gut.“

Jetzt bleibt abzuwarten, ob irgendwann einmal auch ein Feuerwehrauto in Pink mit Tatü-Tata durch die Kreisstadt braust. Abwegig ist die Vorstellung nicht: Im nordrhein-westfälischen Erkrath ist ein Einsatzwagen der örtlichen Löschabteilung in dem verwandten Farbton Fuchsia gespritzt worden.

Laut einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärte der Kommandant dazu: „Wir wollten zeigen, dass es uns gibt. Wenn man mit dem roten Löschzug über die Straße fährt, guckt heutzutage keiner mehr hin. Wir wollen, dass sich die Menschen Gedanken machen, was wir jeden Tag leisten und selbst über ein Ehrenamt nachdenken.“ Mit dem Parfümerie-Hydranten hat auch Waldshut seinen kleinen Feuerwehr-Hingucker.

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