Der Vorarlberger Baumeister Peter Thumb hat vom Elsass über den Schwarzwald bis nach Oberschwaben und in der Schweiz seine architektonischen Spuren hinterlassen.

Zu den bekanntesten von ihm entworfenen Gebäuden zählen die Wallfahrtskirche Birnau mit Panoramblick über den Bodensee und die Klosteranlage der Fürstabtei St. Gallen, die seit 1983 sogar zum Unesco-Weltkulturerbe gehören.

Auch in unserer Region war Peter Thumb tätig. Für Tiengen entwarf er die katholische Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt. Vom Inneren des ganz im Barockstil gehaltenen Gotteshauses ließen sich auch Besucher, die nicht zu den regelmäßigen Kirchgängern gehören, beim Einkaufsabend „Tiengen leuchtet“ der Aktionsgemeinschaft Tiengen Anfang Oktober begeistern. An diesem Abend war die Stadtpfarrkirche mit Hunderten Kerzen stimmungsvoll illuminiert.

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Gar nicht barock, sondern ganz und gar schnörkellos – bis auf das darauf befindliche krakelige Graffiti – mutet der Kabelverzeiger in der nach Peter Thumb benannten Straße unterhalb der Pfarrkirche an. Auf dem grauen Schaltkasten prangt ein kleines Schild mit der Aufschrift „KV 132 Peter-Thump-Str.“.

Der im 18. Jahrhundert wirkende Baumeister schrieb sich zwar mit B, doch würde Thump viel besser zu ihm passen. Denn das englische Wort „thump“ bedeutet übersetzt Schlag oder Bums. Und davon wird es damals auf den Baustellen zur Errichtung der Kirchen bestimmt zuhauf gegeben haben.

Das inzwischen eher selten gebrauchte deutsche Adjektiv tumb, das laut Duden ein anderes Wort für einfältig und hinterwäldlerisch ist, passt hingegen eher weniger zu dem Künstler. Mit seinen Bauwerken, die die Jahrhunderte überdauern, hat er bewiesen, dass er alles andere als t(h)umb war.

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