Vor 50 Jahren hat beim Tiengener Schwyzertag, der wegen der Pandemie nur im Kleinformat an diesem Sonntag gefeiert werden kann, der Begriff Corona schon einmal eine Rolle gespielt. Doch während das Wort heute für Unheil steht, tauchte es damals in gänzlich anderem Zusammenhang auf. Auf der Rückseite der Festplakette von 1970, auf der die heimische Tabakwarenfabrik Villiger (passenderweise die Niederlassung eines Schweizer Unternehmens) als Sponsor verewigt ist, wird für deren Produkte geworben. Benannt nach einem klassischen Zigarrenformat, trug eines der dabei aufgeführten Erzeugnisse den gleichen Namen wie heute das Virus. Das blaue Abzeichen in bescheidener Hartplastik-Ausführung stammt aus dem Fundus einer Tiengener Persönlichkeit, die bekannt für solcherlei Pretiosen ist: Der Antiquitätenhändler Armin Kipper, der in seinem verwinkelten Reich unterhalb des Schlosses residiert, hat das rare Stück hervorgeholt und der Redaktion als Leihgabe zum Ablichten überlassen. Das Schicksal der Namensgleichheit mit dem tückischen Krankheitserreger teilt als anderes Genussmittel übrigens nicht nur die bekannte Biermarke aus Mexiko (die bei der Herausgabe der Plakette genau 25 Jahre jung war), sondern auch ein aktuelles Produkt aus dem Villiger-Sortiment: Die Corona 1888, die mit ihrem Jahreszusatz an die Gründung des Familienunternehmens in Pfeffikon bei Luzern erinnert. Eine von der Firma in diesem Frühjahr neu präsentierte Zigarre trägt im Unterschied dazu den ebenso virusfreien wie zeitlos freundlichen Namen „Los Amigos“.