„Die sind für mich“, sagte einer der Bewohner von Haus Benedikt in Schmitzingen von der Wohnungslosenhilfe im Kreis Waldshut und strahlte, als er die selbst gestrickten geringelten Socken in seiner Größe sah, die die Frauen des Awo-Strickcafés, Maria Zeiser und Barbara Kühne, neben zahlreichen bunten Mützen und Schals in die Unterkunft mitgebracht hatten. Auch eine hellblaue Mütze beanspruchte er gleich für sich: „Die nehme ich auch.“ Der Bewohner, der seit circa einem Jahr im Haus Benedikt wohnt und seinen Namen nicht nennen möchte, findet es „super“, was die Frauen machen. „Für Obdachlose ist es schön, einmal etwas Neues zu haben“, fügt er hinzu.

Das Strickcafé

„Und dazu halten die Sachen schön warm“, ergänzte ein anderer. Die Frauen des Awo-Strickcafés treffen sich seit Juni wieder jeden Dienstag in den Räumen der Awo in der Moltkestraße in Waldshut. „Die älteste Strickerin ist 95 Jahre alt und kommt jeden Dienstag von Luttingen nach Waldshut“, freute sich Kühne. Sie seien froh, etwas Sinnvolles zu machen, erklärte Maria Zeiser, Leiterin des Strickcafés. Froh sei sie auch, dass sie sich unter Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften wieder im Strickcafé treffen dürften. „Wir haben zwar jede für sich zu Hause weiter gestrickt, aber das war nicht dasselbe. Zum Glück sind fast alle Damen wieder gekommen“, freute sich Zeiser.

Dankbarkeit

Auch für die Obdachlosen sei die Corona-Pandemie eine schwere Zeit gewesen, erklärte der stellvertretende Leiter der Einrichtung, Berthold Fahrner. Er freue sich sehr über die mitgebrachten wärmenden Schals und Mützen. „Viele Obdachlose schlafen auch bei Minusgraden draußen und riskieren den Erfrierungstod“, erklärt er.