Die Klimakrise trifft alle Menschen, aber noch nicht alle gleich. Was betrifft es uns am Hochrhein, wenn wegen der Polschmelze die Niederlande unter der Wasseroberfläche versinkt oder wenn Australien abbrennt? Nun lassen sich die Spuren der Erderwärmung allerdings auch schon in unseren Wäldern beobachten.

Der Schwarzwald ist längst nicht mehr so dicht bewaldet und düster, wie ihn einst die Römer vorgefunden haben. Wenn die Schäden auch noch nicht so apokalyptisch anmuten wie andernorts, schaffen sie trotzdem Betroffenheit, denn sie lassen sich vor der eigenen Haustür beobachten.

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Um die Veränderungen im heimischen Forst zu dokumentieren, soll im Waldshuter Stadtwald ein „Klimawandel-Lehrpfad“ entstehen. Dieser soll hauptsächlich Familien mit Kindern ansprechen. Nun gibt es mutmaßlich Spannenderes, als Bäumen beim Wachsen zuzusehen. Also ist man um die Einbindung kindergerechter Elemente bemüht.

Ein Vorschlag in der Projektausschreibung ist zum Beispiel der Entwurf eines Maskottchens, das die Familien bei jeder Station begrüßt. Ob der Ernsthaftigkeit der Thematik mutet ein „Maskottchen für den Klimawandel“ doch eher makaber an. Wie soll ein solches Maskottchen denn aussehen? Emil, der traurige Eisbär? Susi, die Sau aus der Massentierhaltung? Oder doch lieber Kurt, der brennende Koala?

Aber das Existenzkrisen-Maskottchen ist ja nur ein Vorschlag: Ein guter Lehrpfad im 21. Jahrhundert bietet digitale Zusatzinhalte, die per App abgerufen werden können. Blöd nur, dass im Stadtwald derzeit, so merkt es auch die Projektausschreibung an, eine „eingeschränkte Datenverbindung“ besteht. Bei schlechtem Netz bringt auch die beste App nichts mehr. Wir hoffen, dass wenigstens die jungen Bäume munter ohne WLAN wachsen.

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