Ein Spitzenkoch im Chefsessel des Jestetter Rathauses? Warum eigentlich nicht? Jeden Tag kostenlos Schnitzel und Pommes für die Rathausmitarbeiter, für Kindergartenkinder und Schüler gratis Eis. Das wäre doch wie im Schlaraffenland. Das sind die Wahlversprechen eines gewissen Johann Lafer. Laut Information der Gemeindeverwaltung Jestetten sind dem Gemeindewahlausschuss kurz vor Torschluss die Bewerbungsunterlagen im Namen des prominenten TV-Kochs serviert worden.

Einfach köstlich! Die Bewerbung richtet sich an das „hochwohl löbliche Amt zu Jestetten“, mit dem Hinweis: „Ich habe keine Lust mehr, zu kochen . . .“ und „ich glaube, ich werde gewählt.“ An Selbstvertrauen mangelt es dem fünften Kandidaten nicht. Obwohl – die Aussicht auf eine tägliche, kostenlose gut bürgerliche Mahlzeit und eine leckeres Eis dürfte dem Bewerber einige Stimmen bringen. Zumindest die der Erwachsenen, die den Jestetter Rathauschef tatsächlich wählen dürfen. Die Kids können dagegen nur hoffen, dass ihre Eltern sich mit dem Eis für ihre Sprösslinge ködern lassen. Denn, wählen dürfen die Kleinen ja bekanntermaßen nicht.

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Stellen Sie sich das vor. Das Bürgermeisterbüro wird kurzfristig zu einer Multifunktionsküche umgestaltet. Der Duft von Gebratenem in den heiligen Hallen. Der neue Chef bräuchte natürlich auch neue Ressorts wie einen Schnitzelbeaufragten und einen Eisreferenten. Alles muss seine Ordnung haben. Ob‘s das Gemeindesäckel verträgt, steht auf einem anderen Blatt. Wahrscheinlich würde es den Haushalt sprengen. Und: Ob die Mitarbeiter an fünf Tagen in der Woche Schnitzel mit Pommes verzehren wollen, ist ebenso fraglich.

Aber jetzt mal Butter bei die Fische: So weit wird‘s nicht kommen. Der Gemeindewahlausschuss hat die Bewerbung als „erkennbar nicht ernst gemeint“ zurückgewiesen. Na, dann müssen die Rathausmitarbeiter ihr Vesperbrot auch künftig selbst schmieren. Den Kids bleibt immerhin der Eismann an der Ecke. Schade! Wäre ja auch zu schön gewesen.

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