Bisher ist es dem Menschen nicht gelungen, zum Mars zu fliegen, einmal abgesehen von unbemannten Sonden, die mehr oder weniger sanft auf dem roten Wüstenplaneten niedergegangen sind und danach schöne Souvenirfotos zur Erde gefunkt haben. Dafür jedoch sind wir in anderer Hinsicht technisch weit fortgeschritten. Dem Landkreis Waldshut ist es möglich, mittels elektronischer Vorrichtungen zu erkennen, ob die Bürger ihre Biotonnen richtig befüllt haben. An den Müllautos befestigte Detektoren (was sich verdächtig nach Detektiv anhört) können beispielsweise feststellen, ob sich in dem braunen Eimer vorschriftswidrig Stoffe wie etwa Metall, Glas, Plastik oder sonstwelcher nichtorganischer Restmüll befinden.

Wie aus der Bilanz des Landratsamts Waldshut zu entnehmen ist, bewährt sich das seit etwa einem halben Jahr eingesetzte System ganz offensichtlich. Denn die Zahl der seit 27. April verteilten Roten Karten, die an falsch befüllten und damit nicht geleerten Behältern unter den Deckel geklemmt wurden, sank bis September von anfangs 661 auf 179. Während also bei Ben, wie das Öko-Gefäß vom Eigenbetrieb Abfallwirtschaft getauft wurde („Biotonne, Energie, Nachhaltigkeit“) dank moderner Technologie eine ordnungsgemäße Entsorgung gewährleistet wird, setzt man beim Gelben Sack weiter auf das bewährte Sichtprinzip: Die Plastikbeutel sind halbdurchsichtig, so dass störende Materialien von den Profis der Abholfirma mit bloßem Auge identifiziert werden können. Dass die Transparenz-Methode nicht bei der Biotonne zur Anwendung kam, ist angesichts des im Vergleich zum Gelben Sack noch weniger ansehnlichen Inhalts durchaus zu begrüßen.

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