Mit „Suche impotenten Mann fürs Leben“ wurde Gaby Hauptmann 1995 über die Landesgrenzen hinaus als Schriftstellerin bekannt. Die vielseitige Autorin für Kinder- und Unterhaltungsliteratur begann ihre Schreibkarriere mit einem Volontariat beim SÜDKURIER in Konstanz. Weshalb ihr Auftritt beim Hochrheinforum von SÜDKURIER und Alb-Bote im Juli 2001 in Waldshut für sie ein Heimspiel war.

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Das Publikum in der Stadthalle bestand – gefühlt – zu 99 Prozent aus Frauen. Denn das Forum-Thema drehte sich um „Variationen zum passenden Mann“. Wobei Moderator Siegmund Kopitzki, Kulturredakteur des SÜDKURIER, die andere Erfolgsautorin, die aus dem Badischen stammende und in Zürich lehrende Psychologin und Sachbuchautorin Maja Storch, zuerst auf die Bühne bat. Von ihr war gerade das Buch „Die Sehnsucht der starken Frau nach dem starken Mann“ erschienen.

„Streunender Waschbrettbauch-Macho“ als der Mann mit dem „Alice-Schwarzer-Gütesiegel“

Mit erfrischendem Witz erklärte die damals 43-Jährige, warum sie sich als junges Mädchen trotz aller Emanzipationsideen doch immer wieder in den „streunenden Waschbrettbauch-Macho“ verliebt hätte, statt in den Mann mit dem „Alice-Schwarzer-Gütesiegel“. In ernstem Ton bedauerte sie, manche Frauen hätten oft falsche Vorstellungen vom Glück und würden sich bei der ersten Krise zu schnell trennen. Auch sie habe mit ihrem Ehemann inbrünstig gestritten.

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Als „Super-Single“ stellte Kopitzki dann Gaby Hauptmann vor, für die Ehe nie das Thema war und die mit: „Ich habe oft Männer und Autos gewechselt“ den einen und anderen starken Spruch brachte. Die damals 44-Jährige, alleinerziehende Mutter einer Tochter, entsprach mit ihrer wilden blonden Mähne und den in engem Leder gekleideten langen Beinen dem ihr damals oft zugeschriebenen Vamp-Image. In humorvollem Plauderton erzählte sie Biografisches und wie ihre Romane entstanden.

Es war ein Abend voller Anregungen, doch Fragen und Probleme des Geschlechterkampfes blieben. Nach zaghafter Diskussion wurde beim Umtrunk im kleinen Kreis umso heftiger diskutiert, wie das Zusammenleben immer wieder neu erlernt werden kann.