Ein funktionierendes Feuerlöschwesen gab es auch schon vor 100 Jahren, selbst wenn die damals verfügbare Löschtechnik uns heute wie aus dem Museum vorkommt. Unter diesen Umständen gehörte eine Portion Glück dazu, wenn die Feuerwehr ein brennendes Haus noch vor der Zerstörung bewahren konnte. Dieses Glück war dem an der Straße Lochmatt-Herrischried stehenden fast neuen Mühlengebäude im Dezember 1921 nicht beschieden, das an einem Dienstag kurz nach 11 Uhr in Brand geraten war. Herbeigeeilte Nachbarn halfen beim Retten des Inventars und der Mühlenvorräte.

„Es ist wirklich schade um diesen Bau, der ganz gut hätte gerettet werden können, wenn auch nur einigermaßen rechtzeitig die Feuerrotte Herrischried eingegriffen hätte, schildert der Alb-Bote einen völlig verpatzen Einsatz. „Als die Sturmglocke von der Kirche geläutet wurde, sah man einige Neugierige und Schulkinder zur Brandstätte eilen. Nach etwa einer Stunde erschien der Bürgermeister, welcher von einem Wachtmeister zur Rede gestellt wurde, warum die Feuerspritze nicht schon längst zur Stelle sei. Hierauf gab der Bürgermeister an die umstehenden jungen Burschen Befehl, die Spitze zu holen. Endlich, nach etwas Besinnen, entfernte sich eine Anzahl der Burschen, und die Feuerspritze kam etwa eineinhalb Stunden nach Brandausbruch an die Brandstelle. Aber es waren weder ein Rottenmeister noch Mannschaften da, welche die Spritze bedient hätten, dagegen konnte man sehen, wie 14- bis 16-jährige Mädchen an der Spritze pumpten, die jungen Burschen aber standen umher oder gingen nach Hause.“

„Unter diesen Umständen musste das schöne Anwesen vollständig niederbrennen, nicht einmal die Kartoffeln wurden gerettet, die man noch ganz gut hätte in Sicherheit bringen können“, so der Artikel weiter und endet mit diesen Sätzen: „Ob die Behörden mit derartigen Zuständen zufrieden sind, lassen wir mal dahingestellt. Feuerlöschinspektor und Kreisfeuerwehrkommando werden sich hoffentlich dieses Übelstandes annehmen.“

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