Johann Wolfgang von Goethe wäre am Freitag 271 Jahre alt geworden. Die Goethe-Gesellschaft Hochrhein hat an diesem Tag eine Geburtstagsfeier ausgerichtet, diesmal in der Versöhnungskirche in Waldshut. Daraus wurde ein amüsanter Abend mit klassischer Musik und interessanten Inhalten rund um die Person des Dichterfürsten, der 1749 in Frankfurt am Main geboren wurde. Vorstandsmitglied Daniel Leers freute sich, ein volles Haus begrüßen zu können, „voll“ im Sinne der corona-bedingten Einschränkungen.

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Dabei nutzte er die Gelegenheit, Friedrich Schlegel, den künftigen Vorsitzenden der Gesellschaft, vorzustellen, der noch nicht offiziell in seinem Amt bestätigt werden konnte, weil die Hauptversammlung noch nicht stattfinden konnte. Der Abend stand unter dem Motto „Goethe und der liebe Gott“ und dem bekannten Goethe-Zitat: „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.“

Die religiösen Ansichten

Nach einem musikalischen Auftakt mit Rachel Späth vom Casal Quartett an der Violine und Bezirkskantor Matthias Flierl am Klavier lasen Kerstin Simon und Daniel Leers Texte aus dem Buch „Goethe und der liebe Gott“ von Thomas O.H. Kaiser, evangelischer Pfarrer von Kadelburg. Ein Buch, wissenschaftlich fundiert, aber, so Leers, „gespickt mit köstlichem Humor und Schalk“. Es ging um die religiöse Einstellung Goethes, die oft den Eindruck erwecken konnte, er sei ein „ungläubiger Heide“.

Ein Freigeist

Tatsache sei jedoch, dass er aus einer religiösen Familie stammte, in der Kirchgang, Bibel und Gesangbuch zum Alltag gehörten. Er war ein hervorragender Bibelkenner. Aufgrund seiner hebräischen Sprachkenntnisse konnte er die fünf Bücher Mose in der Originalsprache lesen. Groß war auch sein Interesse am Katholizismus und auch an den Ritualien und Inhalten des jüdischen Glaubens. Mit zunehmendem Alter distanzierte er sich jedoch von orthodoxen Anschauungen, womit er sich den Ruf erwarb, ein „Freigeist“ zu sein.

Ein fiktives Gespräch

Es folgte ein fiktives Gespräch mit dem 271-jährigen Goethe auf einer Parkbank bei Höchenschwand, ein kurioses Szenario mit verblüffenden Einsichten, Auszüge aus dem 2018 erschienenen Buch von Eva Berberich. Ein Genuss waren die Einlagen mit Werken von Mozart und Mendelssohn-Bartholdy. Organisiert wurde die Feier von Gerry Meyer-Schierholz, die sich am Schluss bei den Akteuren bedankte.