Der über viele Jahre hinweg in Gurtweil sehr engagierte Bürger Bernhard Beßler ist im Alter von fast 80 Jahren gestorben. Bernhard Beßler kam mit seiner Familie 1970 nach Gurtweil und übernahm im Gurtweiler Schloss die Leitung der Erzbischöflichen Heimsonderschule „St. Elisabeth“, eine Einrichtung für etwa 80 Mädchen, beziehungsweise junge Frauen. Sehr schnell engagierte sich der Sonderschullehrer dann auch in der Dorfgemeinschaft und übernahm Verantwortung in der Ortspolitik und im Vereinsgeschehen.

Leitung bis zur Auflösung

1970 übernahm der ausgebildete Sonderschullehrer Bernhard Beßler die Leitung der im Gurtweiler Schloss untergebrachten Heim- und Berufssonderschule St. Elisabeth. Diese Einrichtung des Erzbistums Freiburg, in der damals etwa 80 Mädchen und junge Frauen untergebracht waren, leitete er bis zur Auflösung im Jahr 1980. Der Schulleiter wohnte zusammen mit seinen vier Kindern und seiner 2012 Verstorbenen Frau Rita in einem der Schlossgebäude. Seine leibliche Schwester, Ordensschwester Sr. Maria Irmingard war von 1982 bis 1991 Oberin im Gurtweiler Schloss (Konvent der Franziskanerinnen aus Gengenbach).

Bedingt durch gesellschaftliche Veränderungen wie zum Beispiel durch die Herabsetzung des Volljährigkeitsalters oder durch die veränderte konzeptionelle Bedingungen der Erziehungsarbeit gingen die Belegungszahlen des Gurtweiler Heimes 1979/80 deutlich zurück. Der Rückgang der Zahlen war so gewaltig, dass sich die Träger des Mädchenheimes veranlasst sahen, die Heim- und Berufssonderschule aufzugeben. So verließen Ende des Schuljahres 1980 die letzten Mädchen das Heim im Gurtweiler Schloss.

Erfolgreicher Chorleiter

Unvergessen bleibt für den Kirchenchor und für die Pfarrgemeinde Gurtweil die erfolgreiche Zeit unter dem Chorleiter Bernhard Beßler. Er prägte den Chor von 1972 bis 1997. Neben neuen Akzenten für die Kirchenmusik bereicherte er bei weltlichen Auftritten mit einem breiten Liederschatz die Wirkung des Chores. Sein Engagement brachte er neben den Konzerten auch bei den Pfarrfamilienabenden ein. Als einer der Höhepunkte in der Chorgeschichte gilt die Einweihung des neuen Pfarrzentrums im Oktober 1975, die vom Kirchenchor musikalisch geprägt wurde. Das Pater-Jordan-Haus diente von da an als Probelokal für den Kirchenchor. Ein lang gehegter Wunsch ging für den Chor und für Bernhard Beßler 1984 mit der Reise nach Rom und der Generalaudienz mit Papst Johannes Paul II. in Erfüllung.

Neues Zuhause

Bernhard Beßler leitete zeitgleich auch den Kirchenchor in Haltingen, wo er im Mai 2007 für seine 40-jährige Chorleitung geehrt wurde. Mit dem Haltinger Chor entwickelten sich auch für den Kirchenchor Gurtweil intensive freundschaftliche Bande. Am Ende des Jahres 1997 verabschiedete sich der in jeder Hinsicht erfolgreiche Dirigent Bernhard Beßler und seine im Chor mitsingende Ehefrau Rita aus Gurtweil. In Weil am Rhein fanden sie ihr neues Zuhause.

SV Gurtweil

Bernhard Beßler leitete die Geschicke des SV Gurtweil vom Juli 1972 bis zum November 1975. Daneben engagierte er sich als Spieler in beiden Aktivmannschaften sowie über viele Jahre bei den Alten Herren. Er organisierte und gestaltete die Feier zum 25-jährigen Vereinsjubiläum an Pfingsten 1974 und führte das bis heute bestehende und beliebte Grümpelturnier in den SVG-Jahreskalender ein.

An vielen Projekten mitgewirkt

Bernhard Beßler wurde am 20. April 1975 in den Ortschaftsrat Gurtweil gewählt, in dem er bis zum Juni 1980 mitwirkte. Es war die erste Ortschaftsratswahl nach der Gemeindegebietsreform. Während seiner ortspolitischen Aktivzeit wurde die Pater-Jordan-Straße ausgebaut und die Grund- und Hauptschule mit Fachräumen erweitert, die Erschließung des Gewerbegebietes Kaitle vorangetrieben und die Flurbereinigung abgeschlossen. 1979 erfolgte die Friedhoferweiterung „West“ um 141 Grabplätze.

Der Verstorbene wurde im engsten Familienkreis im Grab seiner im Jahre 2012 verstorbenen Ehefrau Rita Beßler in Siegelau bei Gutach im Breisgau beigesetzt.

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