Im Stadtgebiet Liedermatte aufgewachsen, erlernte Matthias Ebner nach Beendigung seiner Schulzeit den Beruf des Dekorateurs. Der Gestaltung von Schaufenstern widmete er sich unter anderem im einstigen Kaufhaus Groß und Hammer, wo heute die Sportabteilung der May-Gruppe zu Hause ist.

Später wechselte er das Metier. Als in den Siebzigerjahren die Disco-Welle durch Deutschland rollte und auch am Hochrhein anbrandete, war der junge Matthias Ebner mitten im Geschehen, erinnern sich Bekannte aus dieser Zeit.

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Man tanzte in heute längst geschlossenen Lokalitäten wie der „Blauen Grotte“ im Ortsteil Gurtweil und dem Empire in der Waldshuter Kaiserstraße oder, etwa 50 Meter schräg gegenüber, unter dem Dach des Gasthauses „Alte Post“ im Club 33. Dort war Ebner eine Zeitlang in verantwortlicher Position an der Theke beschäftigt. Auch in der benachbarten Schweiz arbeitete er in der Gastronomie.

Matthias Ebner aus Waldshut ist im Alter von 69 Jahren gestorben.
Matthias Ebner aus Waldshut ist im Alter von 69 Jahren gestorben. | Bild: Archiv Herbert Nowatzek

In den Achtzigerjahren orientierte Matthias Ebner, der für seine ruhige und bedächtige Wesensart geschätzt war, sich wieder neu und begann mit der Arbeit als freier Journalist für die Waldshuter Redaktion der Zeitungen SÜDKURIER und Alb-Bote.

Zu seinen Aufgaben zählte das gesamte Spektrum der Gerichtsberichterstattung, vom einfachen Diebstahl bis zum Kapitalverbrechen. Aber auch Hauptversammlungen, Festivitäten und Geschäftsanlässe fasste er in Wort und Bild zusammen. In den zurückliegenden Jahren dann war Matthias Ebner, der alleinstehend und zurückgezogen lebte, mit seiner journalistischen Arbeit kürzer getreten.

Im Stadtbild war er gleichwohl präsent: Man kannte ihn als den schlanken Mann mit Brille und Vollbart, der bei jedem Wetter in seinem dunklen Anorak gemächlich auf dem Fahrrad durch Waldshuts gute Stube kreuzte.

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