Wiederholt hat es im Stadtteil Tiengen Versuche gegeben, warme Quellen zu nutzen. So erkundeten die Stadtwerke vor Jahren im Bereich Schlüchtwiesen, allerdings ohne Erfolg, die Möglichkeit zur Beheizung des Freibads mit Hilfe der natürlichen Ressourcen. Bereits in den Sechzigern geisterten durch die Klettgaustadt sogar Kurort-Visionen, die angesichts nur dürftiger Thermalwasserschüttungen jedoch schnell wieder zerstoben waren. Und heute macht das Nass im Untergrund bisweilen eher Ärger, wenn man etwa die ewige Nicht-Baustelle am Sulzerring betrachtet, wo der mehrfach verschobene Start des neuen Geschäftshauses Klettgau-Carré auch mit den schwierigen Grundwasserverhältnissen zu tun haben soll.

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Zumindest begrifflich rückt Waldshut-Tiengen jedoch demnächst in die Nähe jener Orte, die wie etwa Bad Säckingen mit ergiebigen Thermalquellen gesegnet sind. Das ist dem Gemeinderatsbeschluss zu verdanken, demzufolge eine Kurtaxe eingeführt werden soll. Nicht von ungefähr äußerte FDP-Stadtrat Raimund Walde, als früherer Leiter der Tourist-Info ein Mann vom Fach, hier gewisse Bedenken. Tatsächlich könnten ja falsche Erwartungen programmiert sein nach dem Motto: Wo Kurtaxe bezahlt wird, muss es wohl auch Kuren geben. Andererseits ist Waldshut-Tiengen nicht die einzige Kommune, die ohne Kurort-Rang die in Ferienorten gängige Abgabe erhebt. Immerhin: Wer an drückend heißen Sommertagen seine Füße im klaren Stadtbachwasser abkühlt, absolviert damit ja so etwas wie eine kleine Kneipp-Kur.

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