Im Jahr 2045 soll nach dem bisherigen Zeitplan das Schweizer Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) gegenüber Waldshut für immer abgeschaltet werden. So lange kann die Stadt Zürich, die über eine Luzerner Gesellschaft an dem Reaktorbetrieb beteiligt ist, eigentlich nicht warten. Denn die Stimmbürger haben entschieden, dass ihre Kommune atomfrei sein soll, was neben dem KKL auch Beteiligungen am Kernkraftwerk Gösgen und an französischen Nuklearanlagen betrifft.

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Doch da gibt es ein Problem. Wie die Neue Züricher Zeitung berichtet, sind bisher alle Versuche der Stadt gescheitert, die KKL-Anteile zu verkaufen. Weil für eine solche Transaktion komplexe wirtschaftsrechtliche Vorgaben zu berücksichtigen sind, hat das Rathaus sogar 2,2 Millionen Franken in externe Berater-Kompetenz investiert. Gebracht hat es trotzdem nichts. Die Kernkraft-Branche ist offenbar kein Wirtschaftszweig (mehr), bei dem potenzielle Investoren Schlange stehen. Besonders auffallend: „Kein einziges Schweizer Energieunternehmen“ habe sein Interesse angemeldet, heißt es in dem Bericht der NZZ. Das heißt: Keine der Aktiengesellschaften, in deren Besitz das KKL ist, möchte ihre Beteiligung erhöhen. Verwunderlich ist das nicht, denn schließlich ist die Atomenergie nicht nur in Deutschland ein Auslaufmodell. Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima hat das Nachbarland bekanntlich beschlossen, dass keine neuen Reaktoren gebaut werden dürfen. Jetzt hat die Stadt Zürich ihre Verkaufsbemühungen erst einmal auf Eis gelegt. Ob sie es in einem nächsten Schritt mit Verschenken probiert, bleibt abzuwarten. Ohnehin würde zu einem Präsent ja auch jemand gehören, der es annimmt.

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