Während das Waldshuter Rheinschloss noch immer im Dornröschenschlaf liegt, hat sich auf der westlich angrenzenden Freifläche etwas getan: Die Stadt hat das morsche Holzgeländer entlang B 34 und Gehweg, das eher eine symbolische Absicherung gegenüber dem zum Fluss steil abfallenden Hang darstellte, durch einen robusteren Zaun mit Metallgittern und Sichtschutz (der laut Stadt von einem Anlieger bezahlt wurde) ersetzt. Die Aktion hat einen fatalen Hintergrund. Es geschah bereits im September 2020, als dort nachts ein Porsche-Geländewagen außer Kontrolle geriet, die Begrenzungsplanken durchbrach und an der Halde auf dem Dach liegen blieb. Fahrer und Beifahrer wurden mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Über Monate waren an der Unfallstelle provisorische Absperrungen als Ersatz für das demolierte Geländer aufgestellt, ehe in diesen Tagen der neue Zaun montiert wurde.

Wie seinerzeit berichtet, wurde bei dem Unfall nicht nur der Luxuswagen zu Schrott. Der Schleuderfahrt stand ein parkender Nissan-Mittelklassewagen im Weg, von dem nur noch ein flachgedrückter Blechhaufen übrig blieb. Ein Foto, entstanden danach auf dem Hof einer Abschleppfirma, zeigt das Wrack und macht deutlich, welche verheerenden Kräfte bei Verkehrsunfällen wirken können. Zum Glück war das Auto unbesetzt – der Fahrer und seine Frau waren mit der Bahn verreist und hatten den Wagen auf dem Streifen beim Rheinschloss stehen gelassen. Dass abgestellte Fahrzeuge beschädigt werden, kommt im Polizeibericht zwar nahezu täglich vor. Ein so drastischer Fall von Parkrempler dürfte allerdings Seltenheitswert haben.

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