Alfred Scheuble

Eine äußerst wirkungsvoll-musikalische Einstimmung in den Advent bot die Stadtmusik Tiengen ihren begeisterten Konzertbesuchern. In der nahezu voll besetzten Pfarrkirche Maria Himmelfahrt inszenierte das große Blasorchester unter der Leitung des neuen Dirigenten Musikdirektor Andreas Dangel ein adventliches Hörerlebnis der Extraklasse. Passend zum ersten Advent waren zartschwingende aber auch wuchtig-suggestive Klänge zu hören, mit denen das überzeugend aufspielende Ensemble einen musikalisch weiten Bogen vom Frühbarock bis zu zeitgenössischen Kompositionen schlug.

In der stilvoll ausgeleuchteten und voll besetzten Pfarrkirche Maria Himmelfahrt brachte die Stadtmusik Tiengen ein großartiges ...
In der stilvoll ausgeleuchteten und voll besetzten Pfarrkirche Maria Himmelfahrt brachte die Stadtmusik Tiengen ein großartiges Kirchenkonzert zur Aufführung. Foto Alfred Scheuble

Zu Beginn des Kirchenkonzertes begrüßte Thomas Dörflinger, der Vorsitzende der Stadtmusik, die Konzertbesucher, darunter auch Gäste aus der Ukraine. Daran schloss sich eine kurze Videobotschaft aus der Ukraine an. Maximilian Jannetti, Professor am nationalen Konservatorium Odessa für angehende Opernmusiker, skizzierte kurz den schwierigen Proben- und Spielbetrieb in Zeiten des Ukrainekrieges und wünschte dann dem Publikum „einen schönen Konzertabend.“

Ohne Konzertmoderation – „die schenke ich Ihnen“, sagte Dörflinger bei der Begrüßung abschließend – spielte sich das annähernd 100 Mitglieder starke Orchester in die Herzen der adventlich gestimmten Zuhörer und bereitete ihnen ein weiteres Geschenk, ein hervorragendes Musikgeschenk.

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Ohne Unterbrechung brachte das Orchester unter der souveränen Leitung ihres neuen Dirigenten dann den stimmungsvoll beleuchteten barocken Kirchenraum immer wieder festlich zum Erklingen. Die sakrale Raumakustik der Peter-Thumb-Kirche nutzend positionierten sich die Trompeter einmal vor den Seitenaltären links und rechts vom Orchester und steigerten so mit der Aufführung der Komposition „Jauchzet dem Herren“ von Heinrich Schütz die beeindruckende Echowirkung.

So wirkte der Psalm 100 quasi als Türöffner zu den Herzen der Konzertgäste. Nach einer kurzen andächtigen Stille fügte sich das Werk „Rosalind in the Forest of Arden“ von Alfred Reed mit seinen wunderschönen und teils ungewohnten Klangwirkungen nahtlos in das facettenreiche Konzertprogramm. Die anschließende „Ouverture pour un matin d´automne“ von Serge Lancen erfüllte ebenso den stilvoll ausgeleuchteten Kirchenraum wie auch die zeitgenössische Komposition „Ukrainische Rhapsodie“ von Franco Cesarini. Auch die beiden weiteren Werke von Stephen Melillo „Fort he Love of Johann“ und von Johan de Meij „Echoes of San Marco“ drangen tief in die Herzen der Zuhörer. Der anhaltende und im Stehen eingebrachte Beifall signalisierte dem Orchester höchsten Respekt und Wertschätzung. Nach dem gemeinsam mit dem Orchester gesungenen Schlusslied „Macht hoch die Tür“ traten die Konzertgäste beglückt nach gut einer Stunde den Heimweg an, nicht ohne zuvor am Kirchenausgang einen Obolus für die Ukrainehilfe zu entrichten.