Seit 100 Jahren gibt es den Radsportverein Schmitzingen, den RSV „Wanderlust“. Am Wochenende, Freitag und Sonntag, 15. und 17. Juli, wird das Jubiläum in der Gerätehalle und auf dem Vorplatz gefeiert. Der RSV zählt aktuell 380 Mitglieder und liegt damit über der Einwohnerzahl des Dorfes.

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Auch viele Sportbegeisterte und Radsportler aus den umliegenden Dörfern sind aktiv oder passiv dabei. Mit seinen sechs Abteilungen bietet der Verein die verschiedensten Aktivitäten, darunter Frauengymnastik, Aerobic, Hip-Hop, BeLaTa (Bewegen, Lachen, Tanzen), Jazztanz, Jugendfußball und den Jedermänner-Sport.

Beim Hindernisfahren: Ortsvorsteher Lorenz Eschbach sammelt Ringe ein.
Beim Hindernisfahren: Ortsvorsteher Lorenz Eschbach sammelt Ringe ein.
  • Der Verein damals: Vor 100 Jahren, am 18. Februar 1922, trafen sich einige junge Männer im Schmitzinger Gasthaus „Löwen“ zur Gründungsversammlung. Ihr Vorbild war der Dogerner Radsportverein „Edelweiß“. Zu den Initiatoren zählte Alfred Reichmann, der in der Versammlung zum Vorsitzenden gewählt wurde. Der junge Verein stieß im Dorf bald auf großes Interesse, denn der RSV begnügte sich nicht damit, Ausflüge zu organisieren, sondern er beteiligte sich schon bald an Radsportfesten und Umzügen im näheren Umkreis. Viele Generationen schlossen sich dem Verein an und nahmen aktiv am Vereinsleben teil. Besonders in den 70er und 80er Jahren wurde der RSV durch das Engagement des damaligen Vorsitzenden Ernst Flügel zu einem stattlichen und erfolgreichen Verein. Unter seiner Führung, von 1972 bis 1993, wuchs die Zahl der Mitglieder auf über 300. Bekannt wurde der Radsportverein durch das „Korsofahren“.
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  • In ganz Südbaden nahmen die Schmitzinger Radsportler an großen Korso-Umzügen teil und brachten zahlreiche erste Plätze und Jugendpreise mit nach Hause. Unzählige Umzugswagen wurden in Eigenregie gebaut und liebevoll geschmückt. Eine unvergessene Zeit, auf die man in Schmitzingen stolz zurückblickt. Das letzte „Korsofest“ fand anlässlich des 80-jährigen Bestehens im Juli 2002 unter der Regie der damaligen Vorsitzenden Anita Kaiser in Schmitzingen statt. Viele Schmitzinger erinnern sich noch gerne an den prachtvollen Umzug mit vielen Korso- und Musikvereinen. Dabei war es für die Teilnehmer eine echte Herausforderung, denn die Dorfstraße ist steil und kurvig. Es war eine erfolgreiche Epoche, wobei der RSV auch außerhalb Schmitzingens bekannt wurde. Viele Sportbegeisterte aus den umliegenden Dörfern sind seitdem aktiv oder passiv dabei. Zu den Traditionsveranstaltungen gehört der Eierlauf am Ostermontag in Verbindung mit einem Rad-Geschicklichkeitsparcours, eine Veranstaltung, die alljährlich hunderte Besucher anlockt. Dazu gehören auch die Bunten Abende an Fasnacht, die Theaterabende in der Weihnachtszeit, der Jahresausflug, die Herbst- und Frühjahrswanderungen.
Theaterspiel 2017: Am Stammtisch des „SV Schmitzingen“ geht es heiß her, von links Benjamin Ortlieb, Lothar Schmidt, Herbert ...
Theaterspiel 2017: Am Stammtisch des „SV Schmitzingen“ geht es heiß her, von links Benjamin Ortlieb, Lothar Schmidt, Herbert Ganzmann und Lorenz Eschbach. | Bild: Manfred Dimort
  • Der Verein heute: Der RSV zählt 390 Mitglieder, darunter 19 Ehrenmitglieder, zwei Ehrenvorsitzende (Anita Kaiser und Egon Ebner) und sechs Abteilungen. Angeschlossen ist der „Förderverein Radsportverein Schmitzingen e.V.“, der 2018 gegründet wurde und der sich um die Fasnachtsveranstaltungen kümmert. Mit Anita Kaiser übernahm 1995 erstmals eine Frau das Amt der Vorsitzenden. Stolz ist man auch auf die Übungsleiterin der Frauengymnastikgruppe, Anneliese Brunner. Sie ist seit 47 Jahren als Trainerin aktiv, ist Gründungsmitglied der Gruppe, die 2019 mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Waldshut-Tiengen ausgezeichnet wurde. Die Frauengymnastikgruppe ist die größte und älteste Gruppe, sie ist ein fundamentaler Teil des RSV. Vertreterin ist seit 2006 Gisela Flügel. Eine tragende Rolle spielt Brunhilde Granacher, die seit 2012 dem Vorstand angehört und seit Januar 2015 den Vorsitz führt. Mit Angelika Eschbach als Stellvertreterin, Johanna Zipperling als Kassiererin und Claudia Brunner als Schriftführerin steht der RSV auf soliden Beinen. Dazu gehören auch Celine Karstens und Paul Studinger als Jugendvertreter. Auch jede Abteilung hat einen Vertreter im Vorstand. „Der Radsportverein ist ein Familienverein“, sagte die Vorsitzende Brunhilde Granacher. „Wer früher als Kind beigetreten ist, bleibt dem Verein auch als Erwachsener treu“. Daher kann der RSV jedes Jahr viele Mitglieder für ihre Treue auszeichnen. Dienstältestes Mitglied ist Erwin Granacher, der dem Verein seit 72 Jahren angehört. Er war 28 Jahre Schriftführer und ist seit 1992 Ehrenmitglied. Das jüngste Mitglied ist fünf Jahre alt.
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