Die Border-Leicester-Schafe von Silke Zeitz sind ein echter Hingucker und in der Region die einzigen, die es gibt. Mit ihren großen abstehenden Ohren und dem weißen Gesicht sehen die Tiere ein bisschen aus wie große Osterhasen.

Seit fünf Jahren hat Silke Zeitz Border Leicester Schafe bei sich auf der Weide. Mittlerweile sind es 19 reinrassige Tiere, die vor allem zu Zuchtzwecken gehalten werden.
Seit fünf Jahren hat Silke Zeitz Border Leicester Schafe bei sich auf der Weide. Mittlerweile sind es 19 reinrassige Tiere, die vor allem zu Zuchtzwecken gehalten werden. | Bild: privat

Herde musste importiert werden

19 dieser Tieren stehen mittlerweile auf der Weide von Silke Zeitz im Waldshut-Tiengener Ortsteil Krenkingen. Dort züchtet sie seit fünf Jahren diese spezielle Rasse, die sie vor fünf Jahren aus Nordirland importiert haben. Silke Zeitz: „Das war damals keine einfache Sache, weil wir zum einen gleich eine größere Herde zum Züchten haben wollten, und zum anderen war unsere Tochter damals noch so klein, dass wir nicht einfach dorthin fahren konnten, um uns die Tiere auszusuchen.“ Also hat sich die Tiengenerin auf die örtlichen Fachmänner verlassen. „Und schließlich haben wir zehn Auen und einen Bock importiert“, sagt die 42-Jährige. Heute leben 19 Border-Leicester-Schafe auf Silke Zeitz Hofgut Berghaus. „Ursprünglich wollten wir diese Tiere vor allem, weil sie einen so speziellen Ausdruck haben. Und natürlich wegen der Ohren. Aber inzwischen kenne ich jeden einzelnen Charakter der Tiere, denn gerade in der Lammzeit hat man sehr viel mit jedem einzelnen Tier zu tun und geht auf Tuchfühlung“, sagt Silke Zeitz.

Überwiegend Zuchtschafe

„Sie sind zwar eine etwas empfindlichere Schafrasse und schnell verängstigt, aber wenn man viel Zeit mit ihnen verbringt und immer freundlich zu ihnen ist, werden sie sehr zahm und dann sind sie große flauschige Kuscheltiere“, schwärmt die Züchterin. Und vor allem Schaf Mähhdelin hat es ihr angetan. „Eines der schönsten Sachen nach einem stressigen Tag ist für mich, im Stall zu sitzen, Mähhdelin zu kraulen und ihren wunderbaren Schafgeruch zu riechen – irgendwo zwischen Heuduft und Lanolin. Das entspannt unglaublich.“

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Luxusschafe

Die Schafe aus Irland werden vor allem als Zuchtschafe gehalten. „Im Moment haben wir 19 reinrassige Border-Leicester-Schafe, darunter ein erwachsener Bock, drei einjährige Böcke, die noch zu verkaufen sind, und die Auen. Außerdem haben wir vier Border-Leicester-Mixe. Die Mixe halten wir, um noch ein paar Lämmer zum Schlachten zu haben, da wir die Reinrassigen ausschließlich zur Zucht verkaufen oder zur eigenen Nachzucht behalten. Geschlachtet werden aber nur die Tiere, die älter sind als ein Jahr.“ Anders als herkömmliche Schafe können diese Vierbeiner im Sommer nicht ständig auf der Weide stehen, da die Belastung durch die Sonneneinstrahlung und Insekten zu hoch wäre. „Wenn es heiß ist, sind sie nur nachts auf der Weide und tagsüber im Stall. Trotzdem versuchen wir, die Tiere so oft wie möglich rauszulassen“, so Zeitz.

Ronja (links) und Silke Zeitz kuscheln gerne mit Schaf Mähhdelin. Dabei kann Silke Zeitz nach einem anstrengenden Arbeitstag gut entspannen.
Ronja (links) und Silke Zeitz kuscheln gerne mit Schaf Mähhdelin. Dabei kann Silke Zeitz nach einem anstrengenden Arbeitstag gut entspannen. | Bild: Duygu-D'Souza, Susann

Zwei Mal im Jahr werden die Tiere geschoren. Die Wolle ist laut Silke Zeitz hochwertig. „Die Border-Leicester-Schafe sind eine sehr langwollige Rasse. Würde man sie nicht scheren, würden sie im Winter im Stall schwitzen und im Sommer auf der Weide ebenso. Zwar ist die Wolle relativ hochwertig, aber in so kleinen Mengen gibt es kaum eine Möglichkeit, sie abzusetzen. Wir haben sie in den letzten Jahren oft als Dünger verwendet“, sagt Zeitz. „Außerdem gibt es Frauen, die von Hand spinnen, bei ihnen ist die Wolle recht begehrt.“

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Doch die Border-Leicester-Schafe sind nicht die einzigen Tiere, die auf dem Hofgut Berghaus bei Krenkingen leben. Zeitz kümmert sich auch um den Stall mit derzeit sieben Pensions-Pferden, zehn Hühner und zwei Hähne sowie 60 noch sehr kleine Küken, Stallkatzen und Hauskatzen. „Und dann gibt es noch unseren Hund Finn, der die Schafe hütet“, erzählt Silke Zeitz. Auch Tochter Ronja hilft gerne mit, beispielsweise beim Füttern der Lämmer: „Ein paar Lämmer bekommen von uns die Flasche, die haben sie auch immer ganz schnell leer.“