Diesen Karfreitag und diese Ostern können Gläubige wie die letzten Monate auch, unter Einhaltung strenger Schutzmaßnahmen in Kirchen zusammen kommen. In der Gemeinschaft, wenn auch mit Abstand, können sie des Todes Jesu Christi gedenken und seine Auferstehung feiern. Vergangenes Jahr waren die Kirchen über die Osterzeit im Zuge des allgemeinen Corona-Lockdowns geschlossen. Der katholische Dekan Peter Berg (Leiter Dekanatsverband Hochrhein) und die evangelische Dekanin Christiane Vogel (Kirchenbezirk Hochrhein und Pfarrerin in Waldshut) sehen in Einklang mit ihren übergeordneten kirchlichen Institutionen, bei Corona-Inzidenzwerten von unter 200 Präsenzgottesdienste als vertretbar und unproblematisch an.

Hygiene- und Schutzkonzepte

Die Praxis in den vergangenen Monaten, besonders auch in der Weihnachtszeit, hätte gezeigt, dass Gläubige in einem sicheren Rahmen Gottesdienste besuchen könnten, die Hygiene- und Schutzkonzepte der Kirchen funktionieren würden. Nach ihrer Aussage, ist bislang in ihren Bezirken kein einziger Infektionsfall bekannt, der auf einen Gottesdienst zurückgeführt hätte. Mit Blick auf die Gegebenheiten vor Ort, zum Beispiel was die Größe der Kirche oder die Corona-Inzidenzzahl betrifft, entscheidet diese Ostern jede Kirchengemeinde selbst, was sie ihren Gläubigen anbietet. Die vielfach angebotenen Präsenzgottesdienste werden ergänzt durch digitale Angebote wie Live-Übertragungen von Gottesdiensten. Wer Zuhause im privaten Kreis feiern will, kann sich in der Regel online oder auf Papier Anregungen und Anleitungen holen. „Die Gläubigen entscheiden selber, wie sie Ostern feiern“, so Dekan Peter Berg.

In „Corona-Version“: Keine Gläubigen und kein Großaufgebot an Ministranten werden diese Ostern das Entzünden der Osterkerzen an Osterfeuern vor den Kirchen begleiten – hier der Liebfrauenkirche Waldshut mit Pater Bernhard.
In „Corona-Version“: Keine Gläubigen und kein Großaufgebot an Ministranten werden diese Ostern das Entzünden der Osterkerzen an Osterfeuern vor den Kirchen begleiten – hier der Liebfrauenkirche Waldshut mit Pater Bernhard. | Bild: Archiv Ursula Freudig

Dass für viele der Gottesdienstbesuch und die Erfahrung von Gemeinschaft sehr wichtig ist, dies auch mit Blick auf die psychische Gesundheit, hebt Dekanin Vogel hervor: „Gottesdienste sind nicht system- aber lebensrelevant.“ Die kommenden Karfreitags- und Ostergottesdienste in den evangelischen und katholischen Kirchen Waldshut-Tiengens unterliegen den schon länger geltenden strengen Auflagen, um Infektionen zu vermeiden.

Dazu gehören wie bisher auch, das Tragen von medizinischen Nasen-Mundmasken, kein Gesang, eher mehrere und kürzere Gottesdienste – in der Versöhnungskirche dauern sie jeweils 30 Minuten – und begrenzte Teilnehmerzahlen im Zuge von Mindestabständen zwischen den Gläubigen. Dies verbunden mit der dringenden Bitte, nach Feiern nicht noch zusammen zu stehen. Bislang musste man sich in den Waldshut-Tiengener Kirchen nicht mehr für Gottesdienste anmelden. Das hat sich geändert. Von Gründonnerstag bis Ostermontag gilt für die evangelischen Gottesdienste in Waldshut und Tiengen Anmeldeplicht.

Schlicht und elegant: Blick auf das neue Kreuz in der evangelischen Christuskirche in Tiengen, unter ihm stehen (von links) Rolf Boll, Pfarrerin Susanne Illgner und Bernhard Huber.
Schlicht und elegant: Blick auf das neue Kreuz in der evangelischen Christuskirche in Tiengen, unter ihm stehen (von links) Rolf Boll, Pfarrerin Susanne Illgner und Bernhard Huber. | Bild: J. Sondermann

In der katholischen Liebfrauenkirche Waldshut und der katholischen Pfarrkirche Tiengen besteht Anmeldepflicht „nur“ für die Osternachtsfeiern. In der Versöhnungskirche werden Gottesdienste am Karfreitag und Ostersonntag live übertragen. Die Osternacht feiert die evangelische Kirchengemeinde Waldshut ebenfalls digital auf ihrem Youtube-Kanal. In Tiengen werden die Liturgien und Feiern am Gründonnerstag, Karfreitag und die Osternachtsfeier am Karsamstagabend live übertragen. Die katholischen Kirchgänger werden nach seiner längeren Abwesenheit, Pfarrer Ulrich Sickinger in einzelnen Gottesdiensten wiedersehen. Die musikalische Gestaltung der Gottesdienste ist wie bisher auch, „coronakonform“: Keine größeren Gruppen, sondern „nur“ Solisten und Kleingruppen werden singen und spielen.

Einladung an Gläubige: Die Kirchen – hier Gemeindepfarrer Wieland Bopp-Hartwig und Dekanin und Pfarrerin Christiane Vogel von der evangelischen Versöhnungskirche Waldshut – machen den Gläubigen umfassende Angebote, um in Präsenz oder online Ostern zu feiern.
Einladung an Gläubige: Die Kirchen – hier Gemeindepfarrer Wieland Bopp-Hartwig und Dekanin und Pfarrerin Christiane Vogel von der evangelischen Versöhnungskirche Waldshut – machen den Gläubigen umfassende Angebote, um in Präsenz oder online Ostern zu feiern. | Bild: Archiv Ursula Freudig