Aber warum gehört der Waldabschnitt hinter der Gemeinde Lauchringen überhaupt zum Stadtwald Tiengen? Jürgen Bacher, Forstrevierleiter Tiengen, erinnert sich an alte Gerüchte: „Ich habe die Geschichte so gehört, dass sich der damalige Besitzer des Waldes in hohe Schulden geritten habe. Ein paar Tiengener hätten dann mit Hilfe von Alkohol dafür gesorgt, dass er nicht in der Lage gewesen sei diese rechtzeitig zurückzuzahlen und daraufhin seinen Wald hergeben musste.“ Auf diesem Weg sei der Wald zur Gemarkung Tiengen übergegangen.

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Als die Schüler voller Elan den Waldweg heraufgestapft kamen, ging der etwas andere Schultag zunächst mit einer halbstündigen Einführung in das Thema Wald los. Bacher zeigte den Heranwachsenden unter anderem, wie sie einen Baum richtig einpflanzen. „Die Freifläche in diesem Waldabschnitt gibt es seit 2018. Es begann mit dem damaligen Sturmtief Burglind, dem viele Bäume zum Opfer fielen“, erklärte er.

Stoll-Vita-Stiftung spendet Bäume

„Insgesamt stellte die Stoll-Vita-Stiftung 3060 Bäume zur Verfügung und spendete damit 12.500 Euro“, so Adelheid Kummle, Vorsitzende der Stiftung. Darunter 1800 Spitzahorn, 500 Flatterulmen, 400 Traubeneichen, 350 Douglasien und 10 Nussbäume.

In vier Schritten zum gepflanzten Baum

  • Das Loch: Um einen Baum zu pflanzen, müssen die Schüler zuerst den Boden mit einem Sparten an der vom Förster gekennzeichneten Stelle herausheben, damit ein etwa 30 Zentimeter tiefes Loch entsteht.
Bild: Nico Talenta
  • Der Setzling: Nachdem das Loch gegraben ist, hebt ein Schüler den Setzling hinein, während ein anderer die Muttererde um den jungen Baum verteilt. Wichtig: Der Setzling sollte möglichst gerade stehen.
Bild: Nico Talenta
  • Der Baumschutz: Damit die Rehe die jungen Bäume nicht abfressen, bereiten die Schüler einen entsprechenden Schutz vor. Dieser lässt sich mit einem Holzstab in den Boden rammen. Eiche gilt als Delikatesse für Rehe.
Bild: Nico Talenta
  • Der letzte Schritt: Dann heißt es nur noch: Den Schutz in Teamarbeit über den Setzling ziehen und den daran befestigten Holzstab für den richtigen Halt mit einem Hammer in den Boden schlagen.
Bild: Nico Talenta

Als dann der Borkenkäfer und zwei Hitzesommer folgten, seien die anfälligen Fichten damals reihenweise abgestorben. „Ein Vollernter musste das Waldstück abernten“, wie es in der Expertensprache heißt. Jetzt pflanzten die Schüler vor allem wetter- und borkenkäferresistentere Arten wie Traubeneichen und Douglasien.

Die Siebtklässler durften sich die kleinen Borkenkäfer sogar im Becherglas anschauen. „Sie sind winzig und es braucht tausende davon, damit ein Baum abstirbt“, ließ Bacher sie wissen. Auch ließ er die Schüler herausfinden, welche Teile die auf dem Waldboden zu finden sind, zu der Eiche gehören. Dazu sammelten sie Blätter, Äste und die Früchte der Eiche ein und legten es auf ein weißes Tuch.

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Was für überraschte Gesichter sorgte: Freistehende Eichen, sprich ohne andere Bäume um sich herum, bilden mit der Zeit eine sogenannte Zweitkrone. Das heißt: Am Stamm treiben allmählich Äste mit Blättern aus. „Eichen sind deswegen eigentlich sehr pflegeintensive Bäume“, ergänzt der Förster.

Das Thema Klimawandel und -schutz kam ebenfalls nicht zu kurz in der halbstündigen Einführung. „Heute leistet ihr einen guten Beitrag zum Klima, denn Holz speichert Kohlenstoffdioxid“, ließ Bacher die Schüler abschließend wissen.

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Danach ging es los. Die Siebtklässler lernten, wie sie einen Baum pflanzen und zogen danach in kleinen Gruppen los. Die Aktion endete um 11.30 Uhr mit einem indonesischen Mittagessen der Stoll-Vita-Stiftung.

Zunächst im Einsatz waren die Siebtklässler der Robert-Schuman-Realschule Waldshut. Zwei Tage später pflanzten die Achtklässler der Realschule fleißig kleine Bäumchen.

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