Der alte Topf, das ausgediente Fahrrad, der rostige Stahlschrank – wer derlei Schrott loswerden möchte, ist bei den Recylinghöfen des Landkreises an der richtigen Adresse. Doch ein Teil der Privathaushalte in Waldshut-Tiengen sieht sich mit einer Entsorgungslücke beim Altmetall konfrontiert. Wer kein Auto zur Anlieferung bei den Wertmüll-Deponien hat, ist auf Nachbarschaftshilfe oder private Anbieter angewiesen.

In vielen Kreisgemeinden gibt es, derzeit allerdings wegen der Corona-Pandemie unterbrochen, seit Jahren Vereinssammlungen für Wertmüll wie Papier und Altmetall. Um das Abholen von Schrott kümmern sich oft Feuerwehrabteilungen. Doch in den beiden Stadtteilen Waldshut und Tiengen fehlt derzeit ein solches Angebot. Wie das Landratsamt auf Anfrage mitteilte, gebe es derzeit lediglich in den Ortsteilen Krenkingen, Eschbach und Waldkirch Altmetall-Sammlungen von Vereinen. In Tiengen habe die Bürgerwehr letztmals im Jahr 2018 Schrott abgeholt, in Aichen seien die Vereinssammlungen für Altmetall dieses Jahr eingestellt worden.

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Während es für Altpapier in Form der optionalen Blauen Tonne eine Alternative zur Vereinssammlung oder zur Selbstanlieferung gibt, besteht beim Schrott in sieben der zehn Ortsteile von Waldshut-Tiengen damit eine Entsorgungslücke – jedenfalls für Privathaushalte, die keine eigene Möglichkeit zur Anlieferung auf einem Recyclinghof haben. Dabei zahlen sie die gleiche Müllgebühr, die 2020 erneut heraufgesetzt wurde und deren Höhe vom Landkreis stets auch mit dem aufwändigen Vorhalten der Entsorgungsangebote begründet wird.

Die Sperrmüllsammlungen kommen als Alternative nicht in Frage. Das Landratsamt: „Schrott bzw. Altmetall kann und darf nicht zum Sperrmüll dazugestellt werden. Dieser Wertstoff wird recycelt. Sperrmüll geht hingegen in die Müllverbrennung.“ Ausnahme, so Susanna Heim, Pressesprecherin der Kreisbehörde: „Wenn der Metallanteil eines sperrigen Abfalls sehr gering und nicht trennbar ist, können entsprechende Gegenstände auch zum Sperrmüll dazugestellt werden.“

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Aber wie können nun Bürger ohne Auto aus Ortsteilen, in denen es keine Altmetall-Vereinssammlung gibt, ihren Schrott loswerden? Susanna Heim: „Privathaushalte aus Waldshut-Tiengen, die nicht über ein Auto als Transportmittel verfügen, können
nur über einen Hausmeister- beziehungsweise Entrümpelungsservice Altmetall entsorgen. Hierfür verweisen wir auf das Internet beziehungsweise die Gelben Seiten. Eine weitere Möglichkeit wäre, gerade auch bei sperrigem Schrott, die Abfuhr im Wege der Nachbarschaftshilfe zu organisieren.“

Doch auch ein Blick in den SÜDKURIER kann eventuell weiterhelfen. In den Kleinanzeigen, etwa unter der Rubrik „Dies und das“, finden sich bisweilen Angebote von Inserenten, die Schrott kostenlos abholen. Allerdings sind solche Offerten teilweise auch an Bedingungen geknüpft – ein Dienstleister etwa holt gratis nur ausgediente Fahrräder ab, wenn vorher die Reifen demontiert wurden.