Ein unvergesslicher Abend in der Waldshuter Stadthalle und ein begeistertes Publikum, das sich mit stehenden Ovationen in das aufregende Finale der südafrikanischen Sängerin Thabilé einreiht. So lief das erste Konzert aus der Reihe „World Town Festival“, das nach der langen, coronabedingten Pause in der ausverkauften Halle stattfand, die für 104 Besucher gestuhlt war.

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Mit ihren faszinierenden Liedern und ihrer ausdrucksstarken Stimme zeichnete die temperamentvolle Sängerin ein Spiegelbild ihrer Heimat Soweto, dem Township von Johannisburg, wo sie ihre Jugendzeit verbrachte. Gemeinsam mit ihrer Band präsentierte Thabilé eine große musikalische Bandbreite, ihre Lieder trug sie zumeist auf Englisch, aber auch in den Landessprachen Xhosa und Zulu vor. Darin erzählt sie von ihren Kindheitstagen im Ghetto, wo sie unbeschwerte Tage erlebte, wo aber auch Armut und Rassismus zum Alltag gehörten.

Ihr zur Seite stehen zwei exzellente Instrumentalisten, Steve Bimamisa (E-Gitarre) und Markus Schölch (Keyboard). Ganz wichtig ist der Sängerin die Zwiesprache mit dem Publikum, einmal, um die Stimmung zu beleben, zum anderen, um die Aufmerksamkeit des Publikums auf jene Fakten zu lenken, die ihr am Herzen liegen.

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Unter anderem erinnert sie an die Zeiten der strikten Rassentrennung in ihrer Heimat und an das Jahr 1976, als die Polizei auf demonstrierende Kinder schoss. Doch dann wendete sich das Blatt: Mit Nelson Mandela wird zum ersten Mal ein farbiger Ministerpräsident gewählt. Für heitere Momente sorgte sie, als sie versuchte, ihrem Publikum die Klicklaute ihrer Sprache beizubringen.

Kochbuch zeigt Menschen und ihre Küche

In der Pause bot die Sängerin ihre erste CD zum Kauf an, aber auch ein Kochbuch mit dem Titel „Weltreise am Küchentisch – die Küche als interkulturelle Begegnungsstätte“, mit Rezepten, die 30 Migranten aus aller Welt beigesteuert hatten. Die Autoren, Iris Lemanczyk und Andreas Forch, erklären dazu, ein Weg zur Verständigung könne auch das Essen sein.

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Daneben bietet das Buch auch beeindruckende Porträts der beteiligten Zuwanderer, die inzwischen zur kulturellen Vielfalt der Landeshauptstadt beitragen. Die Sängerin kommentierte: „Da können Sie auch einiges über mich nachlesen, wie ich nach Deutschland gekommen bin, seit wann ich in Stuttgart lebe und wie ich mit meinen deutschen Nachbarn zurechtkomme.“

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