Ein Konzertnachmittag in der evangelischen Versöhnungskirche in Waldshut ist im Zeichen des Tiengener Komponisten Heinrich Kaminski gestanden. Das Konzert hätte 2021 anlässlich der Verleihung des großen Musikpreises der Volksbank-Hochrhein-Stiftung stattfinden sollen, wurde aber wegen der Pandemie verschoben. Es vereinte zwei Preisträger des Musikpreises: das Casal Quartett und den Frauenchor der Kantorei Hochrhein. Bereichert wurde es durch Kantor Matthias Flierl an der Orgel und den Dirigenten und Kammermusiker Jan Schultzs am Flügel.

Den Anfang machte der Frauenchor mit dem Choral „Wir glauben all an einen Gott“ mit einem Text von Martin Luther. Ergänzt wurde das Stück durch das Choralvorspiel mit dem selben Titel, komponiert von Heinrich Kaminski. Auf einen Liedsatz von Kaminski und den Text von Martin Luther „Frau Musika singt: Die beste Zeit im Jahr ist mein“ folgte das Choralvorspiel von Kaminski „Vater unser im Himmelreich“.

Jan Schultzs spielte an einem Bechstein Flügel von 1903 aus dem Klavierbuch 1934/35 Teil 3, Präludium und Fuge und Präludium und Sarabande und sagte: „Dieser Flügel ist genau richtig, er ist aus der Zeit von Kaminski.“ Der Komponist sei genial, habe eine Musik gemacht, die es noch nie gegeben habe. „Die Stimmen gehen in alle Richtungen“, sagte er, man könne nicht spielen wie gewohnt. „Kaminski gibt mit jedem Takt neue Indikationen.“ Dies verdeutlichten die komplizierten Notenblätter, nach denen der Pianist spielte. Triller und waghalsige Notenanordnungen vereinten sich unter den Händen des Musikers zu atemberaubenden Kompositionen. Das Casal Quartett präsentierte aus dem Streichquintett fis-Moll von Kaminski das Adagio und die Fuga. Mal jauchzend, mal sehnsüchtig erklangen die Streichinstrumente. Die Melodie gipfelte in einem fulminanten Finale. Die zahlreichen Zuhörer spendeten begeistert Applaus.