Kapellen prägen wesentlich das Ortsbild der Waldshut-Tiengener Ortsteile. Dies gilt auch für die St. Pankratius Kapelle in Eschbach, die im Schatten einer großen alten Linde einen schönen Platz gefunden hat. Als Filialkirche der katholischen Pfarrgemeinde Liebfrauen Waldshut hat die Kapelle eine relativ selbstständige Stellung. Der Pankratiuskreis, eine Gruppe engagierter Christen, gestaltet maßgeblich das kirchliche Leben in Eschbach.

Das könnte Sie auch interessieren

Wegen der Corona-Pandemie sind derzeit noch immer keine Gottesdienste in der Kapelle möglich, aber zur stillen Einkehr steht sie tagsüber jedem offen. Dank des Pankratiuskreises konnten und können Gläubige aber immer wieder besondere, coronakonforme Angebote nutzen wie beispielsweise Freiluftgottesdienste auf dem Kirchplatz oder vergangene Weihnachten ein abendlicher Laternenweg, der an Heiligabend zur Krippe führte. Erst kürzlich hat der Kreis im Zuge der entspannten Corona-Lage eine Gelöbniswallfahrt nach Todtmoos mit dortigem Gottesdienst organisiert. Diese geht auf ein überliefertes Gelöbnis eines Eschbachers Ende des 18 Jahrhunderts nach überstandener Gefahr zurück.

Deckengemälde: Der heilige Pankratius mit seinen Attributen Schwert, Palmwedel und Märtyrerkrone.
Deckengemälde: Der heilige Pankratius mit seinen Attributen Schwert, Palmwedel und Märtyrerkrone. | Bild: Ursula Freudig

Namensgeber und Schutzpatron der Kapelle ist der heilige Pankratius, ein frühchristlicher Märtyrer. Der Legende nach wurde er in jungen Jahren in Rom enthauptet, weil er nicht von seinem Glauben abweichen wollte. In der San Pancrazio Kirche in Rom liegt ein Haupt, das ihm zugesprochen wird. In der Eschbacher Kapelle ist Pankratius als Statue und als Deckengemälde zu sehen. Bekannt ist er auch als einer der kalendarischen „Eisheiligen“. Erst wenn Mitte Mai die „Eisheiligen“ vorbei sind, ist nach alten Bauernregeln die Gefahr von Nachtfrösten gebannt.

Zu Ehren des heiligen Pankratius: Am 12. Mai feiert Eschbach das Fest des Namenspatrons der Kapelle, mit dabei Eschbacher Mädchen ...
Zu Ehren des heiligen Pankratius: Am 12. Mai feiert Eschbach das Fest des Namenspatrons der Kapelle, mit dabei Eschbacher Mädchen in Festtracht mit Schäpel. | Bild: Gertrud Steßl (Archivbild 2019)

Den Festtag am 12. Mai zu Ehren des Heiligen konnte Eschbach dieses und vergangenes Jahr wegen Corona nicht im gewohnt großen Rahmen feiern. In Normalzeiten gestalten ihn als Besonderheit immer einige Eschbacher Mädchen in kirchlicher Festtracht mit. „Wir haben insgesamt zwölf Festtrachten mit Schäpel“, sagt Gertrud Steßl nicht ohne Stolz. Sie ist eine der engagierten Mitglieder des Pankratiuskreises und fühlt sich der Kapelle und dem kirchlichen Leben vor Ort sehr verbunden.

Interessante Farbgebung: Der Hochaltar in der St. Pankratius Kapelle fällt sofort ins Auge, links Gertrud Steßl vom Pankratiuskreis.
Interessante Farbgebung: Der Hochaltar in der St. Pankratius Kapelle fällt sofort ins Auge, links Gertrud Steßl vom Pankratiuskreis. | Bild: Ursula Freudig

Welchen Stellenwert die Kapelle in Eschbach hat, zeigt sich auch daran, dass der Eschbacher Kindergarten regelmäßig mit seinen Kindern die Kapelle besucht. Eine fest in der Dorfgemeinschaft verankerte, offene und auch in Corona-Zeiten aktive Kirche ist dem Pankratiuskreis Herzensanliegen.

Die Gestaltung

Die St. Pankratiuskapelle besticht in ihrem Innern durch einen farblich lebhaft gestalteten Hochaltar mit einer Statue des heiligen Pankratius über dem Tabernakel. Um 1200 soll der Vorläufer-Bau der Kirche entstanden sein. Im 17. Jahrhundert wurde die Kapelle nach Westen hin erweitert und dabei barocke Elemente eingebaut.

Renovierung

Aus dieser Zeit stammen auch etliche der Statuen in der Kirche. Der damalige Hochalter ist ein Werk des Waldshuter Meisters Christoph Feinlein. 1973 wurde die Kapelle innen komplett renoviert. Vor rund 15 Jahren wurde unter dem damaligen Pfarrer Herbert Malzacher der Altarraum neu gestaltet und dabei der Hochaltar neu angestrichen. Die letzten Baummaßnahem waren vor vier Jahren: Acht Eschbacher brachten unter Anleitung eines Fachmanns die Kapelle außen auf Vordermann.

Quelle der geschichtlichen Daten: Broschüre „Katholische Pfarrkirche Liebfrauen Waldshut“ der Pfarrgemeinde Liebfrauen, Autor Dominik Rimmele.