Vor 25 Jahren

Klettgau – Zwei Bewohner der Gemeinde Klettgau gerieten am 12. Juni 1995 im Alb-Bote in die Schlagzeilen. Vorsätzlicher Gewässerverschmutzung machte sich ein 25-jähriger Mann schuldig, der nach einem selbst durchgeführten Ölwechsel an seinem Auto dreieinhalb Liter Altöl in einen Gully des Regenwasserkanals im Riedern a.S. schüttete. Die rechtzeitig alarmierte Feuerwehr konnte im Kanal einen Schieber schließen und das Altöl absaugen, ehe es in den Schwarzbach gelangen und eine riesige Verschmutzung auslösen konnte. „Feuerwehreinsatz und Anzeige wegen Umweltverschmutzung werden den Mann teuer zu stehen kommen“, heißt es in der Ausgabe des Alb-Boten. Bei einer jungen Frau kassierte die Polizei auf einen Schlag 670,27 DM. Die Klettgauerin stand auf permanentem Kriegsfuß mit den Parkregeln, denn sie sammelte ein Knöllchen nach dem anderen. Bezahlen? Das hatte die Frau vergessen. Und so kam es, dass die Polizei, mit elf Vorführbefehlen ausgestattet, vor der Tür der schönen Parksünderin stand. Hätte sie das Geld nicht gehabt, hätte sie mit großer Wahrscheinlichkeit in der Haftzelle über ihre Vergesslichkeit nachdenken können.

Waldshut/Dogern – Der Gemeinderat Dogern gab dem Discounter Aldi in seiner Sitzung Mitte Juni 1995 grünes Licht für die Ansiedlung im Baugebiet Schnöt an der Gemarkungsgrenze zu Waldshut. Der bisher vor dem Oberen Tor in Waldshut sehr beengt untergebrachte Discounter plante die Umsiedlung in einen seiner genormten Neubauten. Weil Dogern um die Empfindlichkeit von Waldshut wusste, den Aldi-Laden nach Dogern zu locken, holte die Gemeinde Dogern sich ein Gutachten. Und darin stand, dass eine Schließung des zu kleinen Aldi-Markts in Waldshut auch dann zu erwarten sei, sollte sich das Neubauprojekt in Dogern nicht realisieren lassen. Waldshut musste die Abwerbung des Kundenmagneten schließlich zulassen. Nachfolger des nach Dogern umgezogenen Aldi im Gebäude vor dem Oberen Tor wurde der Drogeriemarkt DM – übrigens auch ein Kundenmagnet.

Vor 50 Jahren

Tiengen – Die offizielle Einweihung der Tennisplätze des Tennisclubs Rotweiß Tiengen am 27. Juni 1970 wurde, wie der Alb-Bote in seiner Ausgabe berichtete, zu einem festlichen Ereignis. Wohl niemand hätte es für möglich gehalten, dass in der kurzen Zeit seit der Gründung der Verein vier Plätze und ein Clubheim erstellen könnte, hieß es. Das sei vorwiegend der unermüdlichen Initiative des Vorsitzenden Bernhard Fehler zu verdanken gewesen.

Vor 70 Jahren

Tiengen – „Die weltberühmte Filmschauspielerin Magda Schneider wird im Rahmen des Gastspiels des ,Wiener Theaters‘ mit der ,Tempo-Kabarett-Revue 1950‘ am 16. Juni 1950 in Tiengen im ,Ochsen‘-Saal gastieren“, kündigte der Alb-Bote den Auftritt der Frau an, deren Tochter Romy Schneider, damals ein 12-jähriges Kind, noch weltweit bekannter werden sollte. Magda Schneider (1909-1996) stammte aus Augsburg, arbeitete als Stenotypistin und wurde nach einer Gesangs- und Ballettausbildung 1930 für den Film entdeckt. Bis 1944 wirkte Magda Schneider in über 30 Filmen mit und schlug sich nach Kriegsende mit Auftritten bei Bunten Abenden durch. Ab 1953 konnte sie ihre Filmkarriere wieder aufnehmen, wobei sie sich vor allem um den Erfolg von Tochter Romy kümmerte. Magda Schneider trat 1950 in Tiengen wohl als Sängerin auf, worüber der Alb-Bote jedoch nicht berichtete. Es erschienen nur die wenigen Zeilen, das Gastspiel der gesamten Truppe habe die Erwartungen nicht erfüllt.

Vor 100 Jahren

Weizen – „Ein Bärentreiber durchzog mit seinem zottigen Vierbeiner auch unseren Ort“, so steht es in der Ausgabe des Alb-Boten Mitte Juni 1920.
Das Tier kam, wohl aus Neugier, einer Frau zu nahe, die mit Essgeschirr auf dem Weg zum Arbeitsplatz ihres Mannes war. Sie wurde von dem Bär plötzlich angefallen und mit der Tatze zu Boden geschlagen. Die stark blutende Frau wurde von Helfern nach Hause getragen, hieß es.