Sie ist bekannt als „rote Brücke“. Fußgänger und Radfahrer, die von Tiengen nach Waldshut unterwegs sind, und bei der Kläranlage die Schlücht überqueren, kennen das kleine Viadukt. Es ist vor einiger Zeit verschwunden und durch eine Hilfskonstruktion an der Bundesstraße ersetzt worden.

Bauwerksprüfung bringt Mängel ans Licht

Die 1994 gebaute Konstruktion wird im Auftrag des Bundes für rund 420.000 Euro grundlegend saniert und kommt zu Weihnachten wieder an ihren Platz. Zuständig für die Maßnahme ist das Regierungspräsidium Freiburg, Dienstsitz Bad Säckingen.

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Auch Brückenkonstruktionen für Radfahrer und Fußgänger brauchen irgendwann eine Runderneuerung. Gesche Bosselmann, Leiterin des Projekts beim RP, erklärt auf Nachfrage: „Im Rahmen der turnusmäßigen Bauwerksprüfung zeigte sich, dass Holzbauteile erhebliche witterungsbedingte Schäden aufweisen.“ Während der Begehung sei die Brücke vom Regen tags zuvor noch ausreichend feucht gewesen, um den Verlauf des Wassers genau nachvollziehen zu können.

Tragende Bauteile und Holzbohlenbelag marode

Die Hölzer wurden laut ihrer Beschreibung an den Rändern durch das Wasser von außen und innen durchnässt und mit einem Algenbewuchs überzogen. Bosselmann: „Man hat gesehen, dass die Hölzer einer längeren, erhöhten Oberflächenfeuchte ausgesetzt waren.“ Pilze wie der Blattling, die das Holz zerstören, könnten auf einem derartigen Untergrund wachsen. Besonders die tragenden Bauteile, einschließlich des Holzbohlenbelags seien sanierungsbedürftig gewesen.

Zerlegt und abtransportiert wurde die Radweg- und Fußgängerbrücke zwischen Waldshut und Tiengen. Diese Aufnahme entstand zu Beginn der Sanierungsarbeiten.
Zerlegt und abtransportiert wurde die Radweg- und Fußgängerbrücke zwischen Waldshut und Tiengen. Diese Aufnahme entstand zu Beginn der Sanierungsarbeiten. | Bild: Roland Gerard

Neuer Überbau aus Stahl

Das Tragwerk soll im Gros erhalten bleiben. Deshalb habe man sich für einen neuen Überbau aus Stahl mit einem geschlossenen Betonplattenbelag entschieden. Unterbau und Hängewerk bleiben erhalten, die Hänger für die Querträger ausgetauscht und „geometrisch angepasst“.

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Der Überbau mit den Brettschichtträgern wird komplett durch zwei Stahlträger ersetzt. Worauf später eine geschlossene Betonplatte liegt. Sogenannte Filigranfertigteile werden miteinander vergossen. Überdies erhält die Brücke ein neues Stahlgeländer. Alle Stahlbauteile erhalten einen frischen Korrosionsschutz. Die Farbe ändert sich in Anthrazit. Heißt: Der Spitzname „rote Brücke“ ist dann nicht mehr zutreffend.

Mobilkran hebt Brücke wieder an ihren Platz

Ein großer Mobilkran und zwei Hilfsunterstützungen werden für die Montage benötigt. Die Bauarbeiten laufen seit dem 5. Oktober. Die erste Maßnahme war, den Radweg hin zur B34 zu verlegen, damit Radler und Fußgänger weiterhin über die Schlücht gelangen. Den Auftrag erhielt die Firma Schmees&Lühn aus Freseburg in Niedersachen. Die Waldshut-Tiengener Tiefbaufirma Klefenz erledigt als Nachunternehmer die Erdarbeiten.

Radfahrer bemängelten unter anderem, dass der Brückenbelag besonders in den Wintermonaten sehr glatt war. Das soll sich nun ändern. „Die gewählte Fahrbahnkonstruktion aus Beton wird sich vorteilhaft auf die Griffigkeit auswirken“, meint Bosselmann.