Erzingen – Walter Boll und Thomas Granacher, beide Steinmetz- und Bildhauermeister, führen seit Anfang des Jahres den Betrieb gemeinsam und beide verfügen über großes handwerkliches Können genauso wie über eine gehörige Portion Kreativität und Fantasie, die sie in und auf Stein zum Ausdruck bringen.

Die Arbeiten der Werkstatt haben zweifelsohne eine eigene Formsprache, deren Handschrift einen großen Wiedererkennungseffekt hat, ganz besonders bei ihrem Arbeitsschwerpunkt, der Gestaltung von Grabmalen.

Firmengeschichte

Seit 1994 gibt es den Betrieb, Walter Boll übernahm damals das renommierte Steinmetzgeschäft von Fridolin Netzhammer in der Rechbergerstraße, direkt beim Erzinger Friedhof. Nur ein Jahr später stieß sein Meisterschulkollege Johannes Eisele dazu, beide bauten den Betrieb aus, der am alten Standort bald aus den Nähten platzen sollte und deshalb der Bau einer neuen, modernen Werkhalle mit Ausstellungsgelände im Erzinger Gewerbegebiet im Jahr 2003 realisiert wurde. Boll und Eisele waren ein äußerst gut eingespieltes Gespann, deren Name weit über die Region hinaus bekannt war und noch immer ist. Aber nur vier Jahre später schlug das Schicksal mit aller Härte zu, Johannes Eisele erlitt einen schweren Verkehrsunfall, er konnte seinen Beruf nicht mehr ausüben und schied deshalb aus dem Betrieb aus. Walter Boll führte von da an die Werkstatt alleine. 2014 kam Thomas Granacher dazu, anfänglich noch als freier Mitarbeiter beschäftigt. Die Zusammenarbeit, die Chemie zwischen den beiden Meistern passte so gut, dass der Entschluss, die Werkstatt gemeinsam zu führen, auf der Hand lag. Und, so ist der Plan, der 39-Jährige aus Berau soll, wenn Walter Boll in einigen Jahren in den Ruhestand geht, den Handwerksbetrieb übernehmen. Bis dahin dauert es noch ein bisschen, der 57-jährige Walter Boll freut sich aber auf jeden Fall über „das junge Blut“ und auch darüber, dass sein Lebenswerk weitergeführt wird.

Veranstaltungen

Das umtriebige Duo stellte darüber hinaus vieles andere auf die Beine: Workshops für Leute, die sich an Natursteinen versuchen wollen, Praktika für Schüler, für Kinder wird, wenn die Zeit es erlaubt, ein Reinschnuppern im Rahmen des Sommerferienprogramms angeboten – vor der Coronapandemie versteht sich.

Hin und wieder werden in der Werkstatt und auf dem Gelände auch Feste gefeiert, „Stones an Wheels“ vor drei Jahren ist noch in bester Erinnerung, auch im Rahmen des im zweijährigen Turnus stattfindenden „Klettgau Schaufensters“ ist bei bei Boll und Granacher immer der Bär los.

Kontakt: Boll und Granacher, Zum Aggensell 1, 79771 Klettgau, Telefon 07742/54¦24. Infos im Internet:
http://www.boll-granacher.de

Vielfältige Arbeiten aus Stein

Zahlreiche Brunnen tragen die Handschrift der beiden Steinmetz- und Bildhauermeister.
Zahlreiche Brunnen tragen die Handschrift der beiden Steinmetz- und Bildhauermeister.

Erzingen – Die Grabmale sind das Hauptarbeitsgebiet und die große Stärke des Betriebes, dafür ist Boll und Granacher bekannt, deren Unikate sind weit über die Region hinaus auf zahlreichen Friedhöfen zu entdecken.

Wie Walter Boll versichert, können die Auftraggeber eine gute und einfühlsame Beratung erwarten und auf einen großen Erfahrungsschatz setzen. Viele Trauernde wünschen einen individuell auf den Verstorbenen zugeschnittenen Grabstein, der an die Persönlichkeit des jeweiligen Menschen erinnern soll. Das in Stein festzuhalten, ist die Kunst der beiden Bildhauer. Mit ersten Zeichnungen beginnen sie ihre Arbeit und fertigen dann Gipsmodelle an – immer in Absprache mit den Kunden. Aber nicht nur die Gestaltung, die Form wird gemeinsam entwickelt, der Auswahl des Steines kommt ebenso große Bedeutung zu. Dazu erklärt Walter Boll, „wir bevorzugen heimische Materialien wie Kalkstein und Sandstein, damit wissen wir umzugehen.“

Die Bildhauerwerkstatt ist dabei sehr erfolgreich unterwegs, denn zahlreiche Auszeichnungen für besondere Grabmale, verliehen vom Bundesinnungsverband, sprechen für sich. „Ein Grabmal ist für mich gelungen, wenn es eine Geschichte erzählt, wenn es in sich ruht, dann wird es für mich poetisch“, sagt Walter Boll.

Darüber hinaus ist die Erzinger Werkstatt für ihre Restaurierungsarbeiten bekannt, zahlreiche historische Wegkreuze, an denen der Zahn der Zeit sowie Wind und Wetter nagten, hat die Werkstatt wieder fachmännisch restauriert.

Auch zahlreiche Brunnen tragen die Handschrift von Boll und Granacher, künstlerische Arbeiten wie Skulpturen für öffentliche und private Auftraggeber gehören gleichermaßen dazu.

Über all dem ist der Baubereich wie das Setzen von Treppen oder die Verlegung von Steinböden und anderes mehr ein weiteres Tätigkeitsfeld.

Auf dem geschmackvoll gestalteten Ausstellungsgelände im Erzinger Aggensell 1 kann man jederzeit die Vielfalt der Arbeiten begutachten und einen Eindruck über das Schaffen der beiden Erzinger Bildhauer und Steinmetze gewinnen.