Ein beliebtes Ziel für Wanderer und Spaziergänger ist das Oberalpfener Zahnkäppele im Gewann „Wildseematt„. Rechtzeitig zu Beginn der warmen Jahreszeit ließ hier der Ortschaftsrat eine neue Sitzgruppe im anspruchsvollen Design aufstellen. Der Tisch und die beiden Bänke stammen aus der Werkstatt des Oberalpfener Kunstschmiedes Armin Ebner.

Ungewöhnliche Form

Die Kapelle liegt in einer kleinen Senke nordwestlich des Dorfes, rund einen Kilometer vom Ortsrand entfernt. Sie ist der heiligen Apollonia geweiht, der Schutzpatronin der Zahnärzte, die vor allem bei Zahnschmerzen und Mundkrankheiten als Fürsprecherin angerufen wurde. Die Kapelle fällt durch ihre ungewöhnliche Form auf, die an einen Pilz erinnert. Sie ist im Eingangsbereich mit zwei Längsbänken ausgestattet, der Rest des Raumes, der Chor, ist durch ein schmiedeeisernes Gitter abgetrennt. In das Gitter eingearbeitet ist die stilisierte Figur der heiligen Apollonia. Die Schutzheilige hält in ihren Händen Zange und Zahn. Die Rückwand ist mit einem Gemälde geschmückt, das die Heilige inmitten der Filialkapellen der Pfarrgemeinde Waldkirch darstellt.

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Im Zuge von Renovierungsarbeiten erhielt die Kapelle 1995 einen neuen, weit ausladenden Dachstuhl, bestückt mit einem Dachreiter. Das angrenzende Gelände wurde eingeebnet und als Rastplatz mit einer Sitzgruppe ausgestattet. Die Sitzgruppe wurde jetzt erneuert und auf einem Betonfundament verankert. In der Kapelle ist eine Info-Tafel angebracht mit dem folgenden Wortlaut: „Das Zahnkäppele erinnert an die heilige Appolonia, die der Legende nach als Märtyrerin starb.

Sie wurde wegen ihres unerschütterlichen Glaubens gefoltert, wobei man ihr die Zähne ausgerissen haben soll. Die katholische Kirche verehrt sie seither als Fürbitterin bei Zahnbeschwerden. Noch heute erinnern sich die älteren Mitbürger an den Brauch, bei Zahnschmerzen die Kapelle aufzusuchen, um Linderung zu erbitten. Das genaue Entstehungsdatum des Zahnkäppeles ist nicht eindeutig belegt. Bei den im Jahr 2001 erfolgten Umbauarbeiten wurde jedoch ein Dachziegel mit der eingeritzten Zahl 1806 gefunden. Dies könnte auch das Entstehungsdatum der Kapelle sein.“