In Waldshut-Tiengen soll Anfang 2021 eine neue private Kindertageseinrichtung in der früheren Villa Stoll im Wolfsackerweg 19 in Waldshut eröffnen. Der Aufnahme in den städtischen Bedarfsplan stimmte – trotz einiger Bedenken bezüglich der höheren Betreuungskosten – der Gemeinderat einstimmig (mit zwei Enthaltungen) zu. Mit der neuen Kinder-Villa-Stoll wird es neben der Kita Schwalbennest in Tiengen damit eine Kita mehr in der Stadt geben, die von einem privaten Träger unterhalten wird. Die neue Kita auf den Weg gebracht haben Simone Wildemann und Nicole Kummle. Die beiden Frauen wollen dafür eine gemeinnützige GmbH gründen, die Motivation Mensch gGmbH, die dann Trägerin der Einrichtung ist.

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Obwohl die Stadt Waldshut-Tiengen in den kommenden Jahren mehr Kindergarten- und Krippenplätze (zum Beispiel Bau der neuen Kita auf dem Feuerwehrgerätehaus in Waldshut) schaffen will, wird es laut Brigitte Reichmann, bei der Stadt Waldshut-­Tiengen zuständig für Schulen und Kindergärten, bei den Betreuungsplätzen eng werden. Besonders bei den Krippenplätzen werde der Bedarf steigen. Reichmann schätzt, dass in den kommenden Jahren rund 30 bis 35 Krippenplätze bei den Plätzen für unter Dreijährige fehlen werden und ebenfalls 30 bis 35 Plätze für Kinder ab drei Jahren. Als Gründe dafür nennt Reichmann zum einen die geplanten Neubaugebiete (Homburg, Rheinhalde, Am Kaltenbach, Höllstein) in der Stadt und die notwendigen Sanierungen von bestehenden Kindertageseinrichtungen. Das sagte sie in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

1,2 bis 1,5 Millionen Euro für Umbau der Villa

Unterstützung gibt es laut Nicole Kummle, die das Projekt im Gemeinderat vorgestellt hat, von der Stoll-Vita-Stiftung. Rund 1,2 bis 1,5 Millionen Euro stellt die Stiftung für den Umbau der früheren Villa der Fabrikantenfamilie Stoll zur Verfügung. Nicole Kummle, die bisher Kindergartenleiterin in Lottstetten war und dort eine solche Einrichtung auf den Weg gebracht hat, will zusammen mit Simone Wildemann dort ein individuelles Betreuungsangebot einrichten. „Die Zeit hat sich gewandelt, oft haben Eltern keine Großeltern in der Nähe und suchen eben nach solchen individuell angepassten Betreuungsmöglichkeiten. Das Projekt ist eine reine Herzensangelegenheit, Gewinne gehen wieder in die Einrichtung“, betont Kummle, die mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Waldshut lebt.

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In der alten Villa sieht Nicole Kummle einen geeigneten Ort, um eine Kindertageseinrichtung zu gründen. „Wir wollen neben der Bildung auch auf gesunde Ernährung und die Nähe zur Natur setzen. Und mit dem großen Garten rund um die Villa haben wir dafür gute Voraussetzungen. Und mit Unterstützung der Stoll Vita Stiftung können wir das Haus so umbauen, dass es geeignet für die Unterbringung von maximal 52 Kindern ist.“ Schon jetzt habe sie eine hohe Anfrage für Plätze verzeichnen können. „Wir planen, in den ersten sechs Monaten nach Eröffnung bis zu 30 Kinder aufnehmen zu können.“

Das sagen die Stadträte

Die Kosten für einen Betreuungsplatz seien zwar bisher etwas höher geplant als in städtischen Einrichtungen, aber die Gebühren „sind noch nicht in Stein gemeißelt“, so Kummle (siehe Infokasten) auf Anmerkung von Petra Thyen (Grüne). Die Stadträtin schlug vor, die Beiträge einkommensabhängig zu gestalten. Nicole Kummle: „Wir nehmen den Vorschlag gerne mit.“

Peter Kaiser (CDU) hatte den Einwand, dass die Lage der Kita nicht so zentrumsnah sei, sondern dass viele Eltern doch mit dem Auto kommen und deshalb der Parkraum nicht ausreichen würde und es sehr eng im Hinblick auf die schmale Straße werden könnte. „Bitte sprechen sie das mit den ­Anwohnern ab, damit es keine Probleme gibt.“

Auf die Frage von Jörg Holzbach (Freie Wähler), weshalb es überhaupt einen Neubau geben muss und nicht eine bestehende Kita erweitert werden kann, erklärte Brigitte Reichmann: „In keiner Einrichtung würden wir eine Erweiterung bis Anfang 2021 schaffen.“

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