Fahren ohne gültigen Fahrschein wird nicht mehr toleriert. Während des Lockdowns wurden die Fahrkarten in den Bussen des öffentlichen Nahverkehrs eine Zeit lang nicht kontrolliert und die Fahrgäste mussten hinten einsteigen, erklärt Josef Radovanic, Busfahrer bei der Südbadenbus Gesellschaft (SBG), unserer Zeitung im Gespräch. Grund dafür: Das Ansteckungsrisiko durch Corona so gering wie möglich halten.

Busfahrer Josef Radovanic.
Busfahrer Josef Radovanic. | Bild: Nico Talenta

Mittlerweile werde wieder regelmäßig kontrolliert und die Fahrkarten können wieder direkt bei den Fahrern gekauft werden. Möglich macht dies eine Plexiglasscheibe am Arbeitsplatz der Busfahrer. Sie soll die Fahrer vor möglichen Ansteckungen durch ihre Fahrgäste schützen. Bis zum Ende des Jahres sollen alle Busse der SBG mit diesen durchsichtigen Schilden ausgestattet sein, sagt Radovanic.

Das könnte Sie auch interessieren

„Sie schützen uns auch nach Corona vor möglichen Spuckattacken oder Pöbeleien“, betont der gelernte Kfz-Mechaniker. Außerdem gibt es in den Bussen elektronische Ansagen, die die Busfahrer abspielen können. Sie weisen die Fahrgäste auf die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in den Fahrzeugen hin.

Viele Fahrgäste sind einsichtig

Daran halten sich nicht immer alle. Erst vor wenigen Tagen erlebte Josef Radovanic eine ungewöhnliche Situation: Von zwei zugestiegenen jüngeren Männern habe einer keinen Mund-Nasen-Schutz getragen. Ein älterer Mann habe sich dadurch nicht mehr wohl im Bus gefühlt und filmte die beiden daraufhin. „Als alle drei ausstiegen kam es wohl zum Streit“, vermutet Radovanic.

Das könnte Sie auch interessieren

Einer der jüngeren Männer soll das Smartphone des älteren Herrn entwendet und auf den Boden geschmettert haben. „Das hatte ich aber erst am nächsten Tag durch einen Anruf der Polizei erfahren“, beendet der 60-Jährige seine Beobachtung. „Im Großen und Ganzen sind die Fahrgäste aber einsichtig.“ Er betont, dass Busfahrer nicht zu durchgreifenden Maßnahmen verpflichtet seien: „Wir dürfen die Leute ja nicht einfach stehen lassen.“

Einen Grund, potenzielle Fahrgäste wegen Überfüllung an Haltestellen stehen zu lassen, hatten die Busfahrer in den vergangenen Monaten ohnehin nicht: Denn während des Lockdowns und in den Wochen danach sanken die Fahrgastzahlen. Insbesondere morgens und mittags waren die Busse nicht mehr so voll wie vor der Pandemie.

Das könnte Sie auch interessieren

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €