„Es ist furchtbar, wenn man da am Ufer steht und weiß, da unten im Rhein ertrinken jetzt zwei Menschen“, so schilderte ein Waldshuter die dramatischen ersten Minuten der Suche nach zwei Frauen, die Anfang August 1986 mit ihrem Auto in den Rhein stürzten und ertranken. Er war der erste der Helfer, die tauchend versuchten, die Verunglückten zu retten.

Der Vorfall

Der Unglückstag vor 35 Jahren war ein brütend heißer Sommertag. Die Frauen aus dem Kreis Künzelsau, 69 und 67 Jahre alt, hatten auf ihrer Urlaubsreise gegen 15 Uhr auf dem Parkplatz am Rhein direkt unterhalb des Waldshuter Campingplatzes eine Rast im Schatten der Uferbäume eingelegt.

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Ein Fenster des VW-Polo war herunter gedreht, als sich die beiden Frauen zur Weiterfahrt bereit machten. Bei gelöster Handbremse und ausgekuppeltem Getriebe geriet der mit dem Heck zum Fluss stehende Kleinwagen auf dem leicht zum Rhein abfallenden Parkplatz zunächst wohl unbemerkt ins Rollen und stürzte dann rückwärts über die Uferböschung ins Wasser. Der Polo versank wegen der offenen Fenster in Sekunden. Ein Unfallzeuge hatte gerade noch gesehen, wie das Auto abtrieb.

Die Rettungsversuche

Während die Rettungsdienste alarmiert wurden, sprang ein junger Waldshuter in den Rhein, musste seine Tauchversuche wegen der starken Strömung und schlechter Sicht jedoch erfolglos abbrechen. Ein ihn ablösender Polizist hatte schließlich Erfolg. 15 Meter entfernt in 4,50 Metern Tiefe hat er den auf dem Dach liegenden Polo lokalisiert und mit einer Leine gesichert. Ein dann eintreffender Rettungstaucher machte ein Tau am Polo fest, der mit der Winde eines Feuerwehrfahrzeugs ans Ufer gezogen wurde.

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Die Fahrerin saß noch am Steuer, die andere Frau lag auf dem Rücksitz. Während Wiederbelebungsversuche bei einer Frau erfolglos blieben, setzte bei der anderen noch einmal Herztätigkeit ein. Sie wurde auf die Intensivstation gebracht, doch auch sie konnte letztlich nicht mehr gerettet werden. Tage später sicherte der städtische Werkhof das Ufer des kleinen Parkplatzes mit Felsquadern ab.