Herr Weible, das Jubiläumsjahr ist vorüber, wie fühlen Sie sich jetzt?

Ich fühle mich sehr erleichtert, weil es nach allen Hindernissen so gut geklappt hat. Das Jubiläumsjahr war ja eigentlich bereits im vergangenen Jahr, doch aufgrund der Pandemie konnten die Veranstaltungen nicht durchgeführt werden und es war lange unsicher, ob sie überhaupt stattfinden werden. Letztlich beschloss der Gemeinderat, das Jubiläumsjahr kurzerhand ins Jahr 2022 zu verschieben.

Was waren die größten Herausforderungen bei der Planung?

Die Pandemie hat alle, schon lange geplanten Projekte über den Haufen geworfen. Und selbst für dieses Jahr war zunächst nicht klar, in welchem Rahmen die Sache durchgeführt werden könnte. Eigentlich waren das ganze Jahr über verschiedene Events geplant. Und während die Altenburger sich bei der Realisation auf die dörfliche Struktur verlassen konnte, war es in Jestetten viel schwieriger, Helfer zu finden. Doch letztlich ist uns das doch ganz gut gelungen. Mir ging es von Anfang an darum, in diesem Jahr verschiedene Leute zusammenzubringen, auch Leute mit verschiedenen Interessen und Ansichten. Daher habe ich vorgeschlagen, sich nicht nur auf ein Fest zu konzentrieren, sondern über das ganze Jahr verteilt, ganz verschiedene Anlässe und Begegnungen zu schaffen.

Und was war Ihnen dabei besonders wichtig?

Mir war wichtig, mit den Veranstaltungen ein Stück weit in die Vergangenheit einzutauchen und damit die regionale Geschichte bewusst zu machen. Und das hat sich auch wie ein roter Faden durch die Veranstaltungen gezogen – von den Ausstellungen über die Straßenfeste bis hin zum Festakt in der Halle mit dem Buch der Geschichte.

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Nun ist das Jubiläumsjahr zu Ende gegangen. Was war in Ihren Augen der Höhepunkt der Feierlichkeiten?

Das Konzept war, verschiedene Veranstaltungen zu organisieren. Für mich persönlich war der Festakt in der Gemeindehalle der definitive Höhepunkt – und auch die meiste Arbeit. Ich musste aus jeder Zeitepoche eine Figur finden und einen geeigneten Schauspieler dazu. Die Reaktion des Publikums hat mir gezeigt, dass die zwölf Schauspieler und Henry Brückel, der die Figuren aus den vergangenen Zeiten interviewt hat, die Idee perfekt umgesetzt haben. Hierfür möchte ich mich nochmals bedanken.

Würden Sie im Nachhinein etwas anders machen?

Nein, die Grundidee, in beiden Orten eigenständige Feste zu feiern und einen gemeinsamen Abschluss zu finden sowie die Ausstellungen im Alten Schulhaus durchzuführen, hat sich als richtig erwiesen.

Wie lief die Zusammenarbeit mit Doris Johann, ihrem Altenburger Pendant?

Die Zusammenarbeit mit den Altenburgern war sehr gut. Mit Doris Johann stand ich immer im engen Austausch und das Konzept der beiden Straßenfeste haben wir koordiniert. Uns war dabei wichtig, einen Einblick in das Leben zu früheren Zeiten zu geben.

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Wie sind Sie eigentlich zu dem Posten als Chef des Organisationskomitees gekommen?

Ich war bereits an meinem ehemaligen Wohnort Wehingen der Vorsitzende der Arbeitsgruppe zur Organisation einer 1200-Jahr-Feier. Bürgermeisterin Sattler war dies bekannt und so übertrug sie mir diese Aufgabe auch hier. Ich kann aber nicht sagen, dass ich mich stark gewehrt hätte.

Haben Sie bereits ein nächstes Projekt im Auge?

Ich bin Pensionär und außerdem stark in der Flüchtlingsarbeit involviert, auf die ich mich jetzt wieder mehr fokussieren kann. Aber ich denke, in Jestetten sollte man das Konzept eines regelmäßigen Straßenfestes in der Kirchstraße weiter verfolgen. Es wäre schön, wenn die Jestetter, analog des Altenburger Brunnenfestes, auch ein regelmäßig durchgeführtes Straßenfest etablieren könnten.