2019 wurde im schweizerischen Killwangen bei Spreitenbach ein Mann niedergestochen. Wenig später verstarb er im Spital. Ab dieser Woche steht der mutmaßliche Täter vor dem Bezirksgericht in Baden. Die Staatsanwaltschaft beantragt 17 Jahre Gefängnis – der Beschuldigte bestreitet die Tat.

Das könnte Sie auch interessieren

Es passierte in der Nacht auf den 5. Mai 2019. Kurz nach drei Uhr nachts ging der Notruf bei der Polizei ein. Als sie am Tatort eintraf, fand sie einen von Messerstichen schwer verletzten Mann in der Einfahrt der Tiefgarage seines Hauses in Killwangen liegen. Wenig später verstarb der Mann, der im Dorf ein Malergeschäft führte, im Spital. Er hinterließ eine Frau und drei erwachsene Kinder. Vom Täter fehlte damals jede Spur.

Grauer Audi rückt in Fokus

Ein halbes Jahr später, im Oktober 2019, wurde nach umfangreichen Ermittlungen schließlich ein Tatverdächtiger festgenommen: ein damals 42-jähriger Mann aus dem weiteren familiären Umfeld des Opfers. Über 100 Personen waren zwischenzeitlich befragt worden. Und in den Fokus der Ermittlungen war ein grauer Audi gerückt. Denn der mutmaßliche Täter soll dem Opfer mit dem Auto von der Sporthalle Unterrohr in Schlieren, wo das Opfer an einem Fest teilgenommen hatte, nach Killwangen gefolgt sein, wo er ihn nach einem Streit niedergestochen haben soll. Und der graue Audi sei sowohl am Abend bei der Turnhalle als auch in der Nacht in der Nähe des Tatorts gesehen worden. Doch wie genau die Festnahme schließlich gelungen ist, gab die Staatsanwaltschaft aus „ermittlungstaktischen Gründen“ nicht bekannt.

Staatsanwaltschaft fordert 17 Jahre Gefängnis

Die Staatsanwaltschaft Baden hat nach der Verhaftung Anklage wegen Modes erhoben. Es sei dem mutmaßlichen Täter einzig und allein darum gegangen, „einen ihm lästig empfundenen Menschen zu eliminieren“, schrieb die Staatsanwaltschaft. Sie beantragt 17 Jahre Gefängnis. Der Beschuldigte bestreitet die Tat. Die Verhandlung ist auf drei Tage angesetzt. Zuerst werden Sachverständige befragt, dann der Beschuldigte. Am heutigen Dienstag sollen die Plädoyers der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft gehalten werden. Das Urteil soll voraussichtlich am Mittwochnachmittag eröffnet werden.