Es war, als wollte sich der September 1984 für den vorausgegangenen überdurchschnittlich schönen Sommer rächen: Mit 218 Liter pro qm, 225 Prozent(!) der üblichen Regenmenge, setzte er die Böden im Kreis Waldshut unter Wasser. Trocken waren nur elf Tage, die übrigen 19 – üblich für September sind 12 – gab es Regen und immer wieder Regen. Sozusagen asiatische Wetterverhältnisse oder „Monsun“ auf dem Hotzenwald.

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Wasser also gab‘s in rauen Mengen. Es tränkte den in den viel zu trockenen Sommer-Monaten Juni bis August ausgedörrten Boden so stark, dass die Landwirte auf dem Hotzenwald ihre Getreideernte abschreiben mussten. Zwar endete dieser Monsunmonat des Jahres 1984 überraschender Weise mit drei trockenen Tagen, doch mit den schweren Mähdreschern waren die völlig aufgeweichten Böden noch nicht befahrbar.

Getreide schimmelt, Kartoffeln verfaulen

Und die Zeiten, in denen Getreide noch von vielen Helfern mit der Hand eingebracht wurde, waren auch vor nunmehr 36 Jahren längst vorbei. So blieb das Getreide draußen auf dem Halm, verfärbte sich schwarz und wurde schimmlig. Auch den Kartoffeln setzte dies Nässe zu. Jene in ohnehin feuchten Böden und von empfindlicher Sorte verfaulten, andere konnten noch geerntet werden. Allerdings war Maschineneinsatz auch hier nicht drin, doch bei Kartoffeln war die mühselige Ernte per Hand gerade noch möglich. Auch die Nicht-Landwirte waren vom September-Monsun des Jahres 1984 frustriert.

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Dabei hatte der Herbstmonat noch mit zwei Hitzetagen begonnen, am Sonntag, 2. September, sogar mit 31,8 Grad. Von diesem letzten Hochsommer-Wochenende profitierte das 9. Albbrucker Dorffest, dessen Attraktion ein Oldtimer-Treffen war. An der Ausfahrt der Autoveteranen durch das Albtal nahm auch der damalige Landeswirtschaftsminister Rudolf Eberle teil. Nach diesem letzten Sommertag gingen die Temperaturen schlagartig auf meist 15 Grad zurück, während nachts nur 7,9 Grad registriert wurden. Es war also nicht nur zu nass, sondern auch sehr kühl. Und am 1. Oktober 1984 regnete es schon wieder.