Vier Kreise mit einem Durchmesser von rund zehn Metern werden demnächst in der großen Wiese beim langen Stein in Tiengen zu sehen sein. Dieses Werk der Stadtgärtnerei ist keine Spielerei, sondern dient einem kulturellen Zweck: „Tiengen liest“ wird erstmals als Sommeredition im Freien stattfinden und nicht wie sonst im November in verschiedenen Räumen unter Dach.

Auf Nummer sicher

Vier Vorleserunden werden am Samstag in jedem Kreis zu erleben sein. Die Entscheidung für ein Open-Air-„Tiengen liest“ war Corona geschuldet. „Um halbwegs auf Nummer sicher zu gehen, mussten wir die Veranstaltung für Sommer im Freien planen“, erklärt Kulturamtsleiterin Kerstin Simon, die selbst auch lesen wird. Mit-Organisatoren sind die Buchhandlung Kögel und die Stadtbibliothek Tiengen.

Der Termin, die Teilnahme und die Schutzmaßnahmen

Ursprünglich waren sogar mehrere Vorleseorte im Freien geplant, aber aus organisatorischen Gründen beschränkte man sich dann doch auf das Gelände rund um den Langen Stein. Besucher von „Tiengen liest“ werden dort mitten im Grünen in den vier Kreisen einige Vorleser von früheren Veranstaltungen wieder sehen, aber auch viele neue erleben wie zum Beispiel Thomas Dörf­linger und Pfarrerin Susanne Illgner.

Das Angebot

Bücherfans können aus insgesamt 16, jeweils 30-minütigen Lesungen wählen. Zum Teil hat das Organisationsteam die Bücher ausgesucht, teilweise sind es Vorschläge der Vorleser. „Tiengen liest“ steht jedes Mal unter einem bestimmten Motto, nach dem sich die Auswahl der Bücher richtet. Dieses Mal geht es ums Reisen, dies aus naheliegendem Gründen. Corona hat reales Reisen lange Zeit verhindert, dem literarischen Reisen waren und sind aber nie Grenzen gesetzt. Literarische Zeit-, Fern- und Fantasiereisen werden daher in diesem Jahr bei „Tiengen liest“ angeboten.

Bekannte und neue Vorleser: Daniel Leers gehört zu den Vorlesern, die schon mehrmals mit dabei waren.
Bekannte und neue Vorleser: Daniel Leers gehört zu den Vorlesern, die schon mehrmals mit dabei waren. | Bild: Ursula Freudig (Archiv)

Es ist für jeden etwas dabei. Auch Krimis und unter der Rubrik Kurztrips, auch Lyrik. Mit „Sally Jones“ ist auch eine Lesung für jüngere Zuhörer ab etwa acht Jahren im Angebot. Maximal 25 Literaturfans dürfen in jedem Kreis zuhören. In den rund 30-minütigen Pausen zwischen den einzelnen Lesungen wartet auf die Besucher eine kleine Überraschung.

Die Idee

Klappstühle oder Decken zum Sitzen müssen mitgebracht werden. „Der Grundgedanke von „Tiengen liest“ ist es, Literatur dort anzubieten, wo sie nicht erwartet wird“, so Nikola Kögel. Sie hatte die Idee für die Veranstaltung. Schon vor dem ersten „Tiengen liest“ 2016 mit der Stadt, hat sie als Inhaberin einer Buchhandlung Lesungen an ungewöhnlichen Orten organisiert.