) Ein milder Sommerabend und eine stimmungsvolle Atmosphäre: Das Kulturamt der Stadt hatte zu einem Open-Air-Konzert auf den Innenhof der Stadtgärtnerei eingeladen.

Amtsleiterin Kerstin Simon freute sich, bei idealen Witterungsbedingungen ein gut gelauntes Publikum begrüßen zu können. Sie erinnerte auch daran, dass es fast auf den Tag genau neun Monate her waren, als hier die letzte Veranstaltung stattfand, bevor der zweite Lockdown einen Strich durch den Veranstaltungskalender machte. Dann kündigte sie ein klangvolles und variantenreiches Spiel mit vielen überraschenden akustischen Eindrücken an.

Ein erwartungsvolles Publikum, das sich in der Stadtgärtnerei über ein abwechslungsreiches und ungewöhnliches Konzert freute.
Ein erwartungsvolles Publikum, das sich in der Stadtgärtnerei über ein abwechslungsreiches und ungewöhnliches Konzert freute. | Bild: Manfred Dinort

Zu Gast war die „Black Forest Percussion Group“ mit fünf Musikern. Das Programm richtete sich sowohl an erfahrene Hörer als auch an jene, die mit Percussion-Stil nicht vertraut waren und die daher durch eine lebendige und witzige Moderation in die Thematik und Technik eingeführt wurden. Diesmal standen Werke aus dem fernen Osten auf dem Programm, Werke aus Japan, China und Korea.

Das Motto: „Daiu – The Fifth Season“ (Daiu, die fünfte Saison). „Daiu“ ist der japanische Begriff für „Regen, der kommt, wenn die Pflaumen reifen“. Dieser poetische Ausdruck wird in einigen ostasiatischen Ländern verwendet, um die Regenzeit zu benennen, sodass es in diesen Ländern fünf Jahreszeiten gibt: den Frühling, wenn die Kirschbäume in voller Blüte stehen, die nicht enden wollende Regenzeit, den Sommer mit seinen heißen Winden, den Herbst, der sich wie ein buntes Gemälde in Wasserfarben über das Land zieht und den Winter, in dem alles in eine weiße Stille verfällt.

Mal im Duett, mal im Terzett, im Quartett oder im Quintett, so spielten die Gruppe in wechselnden Besetzungen.
Mal im Duett, mal im Terzett, im Quartett oder im Quintett, so spielten die Gruppe in wechselnden Besetzungen. | Bild: Manfred Dinort

Ebenso vielfältig wie die Natur in den verschiedenen Jahreszeiten ist das Spektrum der traditionellen Musik Ostasiens. Sie beinhaltet gleichermaßen die Ruhe einer tiefen Meditation in einem Garten, aber auch glühende Leidenschaft, wie ein Drache, der wildes Feuer speit. Das Hauptwerk des Abends („Daiu“) war eine Uraufführung und wurde von der Gruppe bei dem koreanischen Komponisten Hayoung Hwang in Auftrag gegeben. Es widmet sich dem tropischen Regen und erklingt ebenso vielfältig wie die Natur in der „fünften Jahreszeit“.

Zum Programm gehörten außerdem Stücke des Japaners Jo Kondo („Under the Umbrella For Five Cowbell Players – Unter dem Regenschirm, für fünf Kuhglockenspieler) und des Chinesen Guo Wen Jing – „Drama für ein Trio“. Die Besetzung des Abends: Lee Ferguson, Ari Kim, Nanae Kubo, Seorim Lee und Ricardo Marini; das Titelbild: eine Gartenlandschaft, die im Regen versinkt.