Frank Hodapp, Kirchenmusiker in Achern und früher in Erzingen tätig, war mit seinen beiden Jugendchören und einem anspruchsvollen Programm im Gepäck auf Einladung seines Kollegen Oliver Schwarz-Roosmann nach Tiengen gekommen. Und um es vorweg zu sagen: Das zahlreich erschienene Publikum war begeistert vom erfrischenden Gesang der Jugendlichen und honorierte die Darbietungen mit langanhaltendem Applaus.

Gleich zu Beginn zog der große Chor – verteilt über das gesamte Kirchenschiff – die Zuhörer in seinen Bann mit einer Improvisation des Liedes „O Christe, der du bist das Licht“. Nach zwei weiteren sehr modernen Stücken war es vier Solistinnen des Chores vorbehalten, Klangfarbe und Sprache zu wechseln und in zwei schwedischen Gesangsquartetten ihr Können zu zeigen: eine solide Atemtechnik, rhythmische Perfektion, intonatorische Sicherheit und eine ausgewogene Klangbalance der Stimmen – und das alles a cappella.

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Ähnlich Beeindruckendes, wenn auch noch nicht auf so fortgeschrittenem Niveau, lässt sich auch vom Jugendchor „Unterwegs“ der Zehn- bis Zwölfjährigen sagen, der Vorstufe zum Konzertchor der älteren. Sie durften im Mittelteil des Konzertes alleine singen und taten das mit ihren glockenhellen klaren Stimmen, schwungvoll (“A Song Of Thanksgiving“), hellwach (“Wach auf meine Seele“) und auch in der Mehrstimmigkeit schon sehr stimmsicher wie bei John Rutters bekanntem „The Lord Bless You And Keep You“.

Danach stellte der Chor seine Ausnahmequalitäten unter Beweis mit weiteren Stücken von Rutter und der ausgesprochen spannungsgeladenen „Vater unser-Vertonung“ von Javier Busto. Frank Hodapp, der den Chor mit sparsamer, jedoch intensiver Gestik dirigierte, teilweise am E-Piano begleitete und das Konzert auch moderierte, kann jedenfalls stolz sein auf seine jungen Sänger, die das Programm mit einem jazzig-rhythmischen „Jubilate Deo“ beendeten.

Das Mottolied dieses Treffens erklang noch als passende Zugabe und gedanklicher Rahmen zum Eingangsstück: „Vos estis lux mundi“ – „Ihr seid das Licht der Welt“. Dem ist musikalisch und theologisch nichts hinzuzufügen.