„Es gab über den Vorschlag keine Diskussionen im Gemeinderat und das Ergebnis ist für alle ein Gewinn“, sagte Oberbürgermeister Philipp Frank. Seine Aussage bezieht sich auf einen Vorschlag der Tiengener SPD, den „Langen Stein“ an der Wutach in ein schöneres Licht zu rücken. Die SPD wollte, dass der geschichtsträchtige Stein die ihm zustehende Pflege und Aufmerksamkeit bekommt. Das ist geglückt, wie der Oberbürgermeister und einige SPD-Politiker bei ihrem kleinen Rundgang feststellten: Der knapp sechs Meter hohe Stein beim alten Fußballstadion ist jetzt von einem erhöht liegenden Wanderweg im Bürgerwald aus in seiner ganzen Pracht zu sehen.

Freier Ausblick: Diese Schneise ermöglicht jetzt von einem Wanderweg aus den Blick auf den „Langen Stein“, die Tafel erhellt die Geschichte des Steins.
Freier Ausblick: Diese Schneise ermöglicht jetzt von einem Wanderweg aus den Blick auf den „Langen Stein“, die Tafel erhellt die Geschichte des Steins. | Bild: Ursula Freudig

Für den freien Blick auf den Stein hat die Stadt von diesem Weg aus eine kleine Schneise in Gebüsch und Hölzer geschlagen. Zusätzlich wurde am Wegrand eine Tafel aufgestellt, die über die besondere Geschichte des „Langen Steins“ informiert. Der Wanderweg hat sich nicht nur wegen seiner geringen Entfernung und erhöhten Position angeboten. Als Rettungsweg zum Bürgerwaldtunnel wird er das ganze Jahr über frei gehalten, sodass auch im Winter der Blick auf den Stein möglich ist. In einem ersten Schritt vergangenes Jahr war der „Lange Stein“ von Pflanzen und Sträuchern befreit worden, die aus seinen Ritzen und Mulden wuchsen. Sogar ein kleiner Baum musste abgesägt werden.

Der „Lange Stein“ besteht aus einem Gemisch aus Kies und Geröll, die durch Bindemittel zusammengehalten werden. Nagelfluh ist der Fachausdruck für diese Gesteinsart. Der Aufwand für die Aktion war nach Aussage von Armin Müller vom Stadtplanungsamt überschaubar. Den Anstoß gab der ehemalige SPD-Gemeinderat und Ehrenpräsident des FC Tiengen, Wolfgang Hörr. Seine Parteifreunde, allen voran Gerhard Vollmer, zogen sofort mit und der Gemeinderat war schnell überzeugt. „Die Gegend ist ein Naherholungsgebiet, es ist schön, wenn es beim Unterwegssein etwas zu sehen gibt, das dann auch noch erklärt wird“, sagte Claudia Hecht, Fraktionsvorsitzende der SPD im Gemeinderat.