Schlagzeuger sind Meister jener Fertigkeit, die mit dem modernen Ausdruck „Multitasking“ beschrieben wird – der Gabe, sich gleichzeitig auf mehrere Dinge konzentrieren zu können. Mit der rechten Hand etwa bringt man das Becken zum Klingen, während die Linke in einem separaten Rhythmus die kleine Trommel rührt. Doch die Komplexität reicht noch tiefer. Zusätzlich werden – selbstverständlich auch wieder in anderen Schlagfolgen – die Basstrommel und die Hi-Hat mit ihren gegeneinander zischenden Zimbeln bearbeitet.

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Auf die Tätigkeit einer Hausfrau oder eines Hausmannes übertragen, könnte das beispielsweise heißen: Auf dem Herd stehen ein Topf mit kochenden Nudeln und eine Pfanne mit brutzelnden Filet-Steaks sowie eine Kasserolle mit blubbernder Soße; nebenher wird der Salat zubereitet, im Schlafzimmer ein Hemd gebügelt, im Keller die Waschmaschine beladen. Und im Kinderzimmer sind die Hausaufgaben zu korrigieren. Eigentlich hat es der Schlagzeuger beziehungsweise die Schlagzeugerin (manche singen übrigens noch gleichzeitig, so wie seinerzeit Max Mutzke mit seiner früheren Band Project Five) einfacher, denn hier stehen Vorrichtungen zur Verfügung, um auch mit Hilfe der Füße das Aufgabenspektrum abzudecken. Ein Musikgeschäft in Tiengen zeigt aus aktuellem Anlass, dass die Pedalmaschinen aber nicht nur zur Rhythmusarbeit verwendet werden können. Kreativ wurde hier ein Hi-Hat-Stativ so umgebaut, dass mit einer sanften Tretbewegung Desinfektionsmittel gegen das Corona-Virus auf die Handflächen gesprüht werden kann. Denkbar wäre noch, ein zweites Pedal dazuzustellen. Das könnte dann dazu dienen, den Hygiene-Akt mit einem kräftigen Paukenschlag zu untermalen.

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