Im Matthias-Claudius-Haus ist Ruth Niedermann gestorben. Sie war die frühere Pfarrhaushälterin der katholischen Kirche in Waldshut. Sie wurde in Vöhrenbach geboren. Schon früh hatte sie eine enge Beziehung zum örtlichen Pfarrhaus, denn dort verbrachte sie einen großen Teil ihrer Freizeit.

Im Kindergarten

Nach der Volksschule machte sie in Freiburg eine Ausbildung zur Erzieherin. Gewissermaßen als Pionierin begann sie ihren Beruf in Hohentengen, wo es bis Anfang der 50er Jahre noch keinen Kindergarten gab. Vom damaligen Bürgermeister persönlich wurde sie in Waldshut am Bahnhof abgeholt und zu ihrer neuen Wirkungsstätte gebracht. So baute sie den Kindergarten in Hohentengen auf.

Die Wirkungsstätten

Als der junge Pfarrer Alfons Nock seine Pfarrstelle in Hohentengen begann, brachte er seine Schwester als Haushälterin mit. Sie blieb aber nicht lange bei dieser Aufgabe, sondern heiratete und somit war die Stelle der Haushälterin frei und Ruth Niedermann übernahm diese Aufgabe, die sie bis zum Tod von Alfons Nock ausübte. Sie begleitete den Pfarrer zunächst in Hohentengen, von 1967 bis 1993 dann in Waldshut im Pfarrhaus, nach seiner Pensionierung im Kolpinghaus, und dann im Betreuten Wohnen im Bilgergarten. Ihre letzten Jahre lebte Ruth Niedermann im Mathias-Claudius-Haus.

Die Arbeit mit den Ministranten

Ruth Niedermann wurde eine Institution im Pfarrhaus und durch ihr Wirken bei und mit den Ministranten indirekt auch in Waldshut. Über Jahrzehnte hinweg gab es in Waldshut durchschnittlich 100 Ministranten. Es war eine überaus lebendige Gemeinschaft, deren Tätigkeit nicht nur auf das Ministrieren beim sonntäglichen Gottesdienst beschränkt war, sondern zum Beispiel auch auf Aktivitäten bei den wöchentlichen Gruppenstunden.

Die Mini-Lager

Der alljährliche Höhepunkt war für die Ministranten immer das Lager in Wald. In diesem Dienst lernten die älteren Ministranten als Gruppenleiter Verantwortung und Pflichten zu übernehmen, was später bei Bewerbungen oft eine wichtige Rolle gespielt hat.

Offenes Haus

Ruth Niedermann war bei und mit den Ministranten der Dreh und Angelpunkt. Sie war bekannt für ihre klaren Ansagen, aber auch für ihre Fürsorge für jeden Einzelnen. Das Pfarrhaus war für jeden immer offen, vor allem am Sonntag nach dem Hauptgottesdienst. Ruth Niedermann ist in Lienheim beerdigt, denn ihre Beziehung und ihre Kontakte zu Hohentengen hat sie immer weitergepflegt.