Ein Blick in die Dorfchronik gibt interessante Einblicke in die Gurtweiler Wasserversorgung. So ist schon 1995 zu lesen, dass „einzelne der sechs Quellen verschiedentlich mikrobiologisch mit Coliformen Keimen und mit Escharichia-Coli belastet“ waren und zeitweise nicht für die Wasserversorgung verwendet wurden. Das hat sich bis heute kaum geändert, oberhalb der Quellfassungen im Gewann Birkhalde auf dem Hungerberg wird intensive Landwirtschaft betrieben, was immer wieder zur Verkeimung einzelner Quellen führte, so auch Mitte Februar.

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Bereits in der Dorfordnung von 1572 ist die Wasserversorgung in Gurtweil festgeschrieben. Dort heißt es: „Der Dorfbach (der Landgraben) soll am Tage halb und nachts ganz in das Dorf fließen. Die Schlossherrschaft (das Schloss war damals mit einem Wassergraben umgeben) darf den Bach drei Tage in der Woche und die Gemeinde an den übrigen Tagen benützen.“ Der etwa zwei Kilometer lange Landgraben entspringt nordwestlich im Schlund unterhalb des Hungerberges und führt überschüssiges Quell- sowie Hangschichtwasser durch das Dorf, quert das Schlossgelände und führt vorbei an den beiden Aussiedlerhöfen in die Schlücht.

Im Schlund, im Quellgebiet der Gurtweiler Gemarkung Birkhalde, nimmt der Landgraben, einst Dorfbach genannt, seinen etwa drei Kilometer langen Lauf durch das Dorf bis hinunter zur Einmündung in die Schlücht in der Nähe der B 34/Schlüchtbrücke.
Im Schlund, im Quellgebiet der Gurtweiler Gemarkung Birkhalde, nimmt der Landgraben, einst Dorfbach genannt, seinen etwa drei Kilometer langen Lauf durch das Dorf bis hinunter zur Einmündung in die Schlücht in der Nähe der B 34/Schlüchtbrücke. | Bild: Alfred Scheuble

Zum 19. Jahrhundert wurde Gurtweil nach und nach mit öffentlichen Dorfbrunnen ausgestattet und ab 1901 wurde sukzessive „eine moderne Wasserversorgung mit Eisenrohren“ und der erste Hochbehälter mit 60 Kubikmetern Volumen aufgebaut. Sechs Quellen mit einer damaligen Schüttung von 15 Litern pro Sekunde versorgten einst die Dorfbevölkerung (knapp 500 Einwohner). Vor etwa 60 Jahren wurde dann die Wasserversorgung erneut ausgebaut, da die Zahl der Häuser und Bewohner auf das Doppelte anstieg, die Bade- und Duschgelegenheiten sowie Wassertoiletten zunahmen.

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Der Wasserverbrauch war noch frei, aber nachdem zwei weitere Hochbehälter mit 400 und 300 Kubikmetern gebaut werden mussten und 1972 der Tiefbrunnen angelegt wurde, sorgte der Einbau von Wasseruhren für ein neues Wassermanagement. Seit der Gemeindegebietsreform 1975 erfolgt die Wasserversorgung in Gurtweil durch die Stadtwerke Waldshut-Tiengen.